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Geschichte der Ökonomie

Beschreibung.

Geldnachfrage: Ausgehend von der Gelddefinition wird Geld auf dem Mit der Gestaltung der Bedingungen dieser Refinanzierung wirkt die (Zinsverhältnis). scheidet dabei nach verschiedenen Motiven der Geldnachfrage, Mit der Gestaltung der Bedingungen dieser Refinanzierung wirkt die Zentral- (Zinsverhältnis).

Diese ist aber um so geringer, je höhere Preise er verlangt. Es ist das Verdienst des französischen Mathematikers und Ökonomen Augustin Cournot - , dieses Problem im Jahre als erster exakt analysiert zu haben.

Ihm zu Ehren bezeichnet man seine Lösung als den Cournotschen Punkt. Dann wird sein Gewinn genau bei dem Preis am höchsten sein, bei dem das Produkt aus Preis und Absatzmenge maximal wird. Umsatzmaximum und Gewinnmaximum stimmen in diesem einfachen Fall miteinander überein.

Solange dem Monopolisten keine Förderkosten entstehen, erzielt er bei diesem Preis auch den höchstmöglichen Gewinn. Das kann man sich leicht klarmachen. Wie hoch genau der neue gewinnmaximale Preis ist, hängt u. Der Monopolgewinn geht aber im allgemeinen weit über diesen Normalgewinn hinaus.

Darin liegt das volkswirtschaftliche Problem. Der Gewinn des Monopolisten spiegelt ja offenbar kein gesamtwirtschaftliches Verdienst wider, sondern er entsteht schlicht auf Kosten der Konsumenten. Diese könnten bei freier Konkurrenz nämlich erwarten, eine höhere Gütermenge zu geringeren Preisen angeboten zu bekommen.

Jeder höhere Preis würde überdurchschnittliche Gewinne bedeuten und damit alsbald neue Anbieter anlocken. Nur weil der Monopolist eben keinen Wettbewerber zu fürchten hat, kann er den Cournotschen Punkt verwirklichen. Recktenwald in dem Sammelband von J. I, München , S. Einen knappen, aber sehr anschaulichen Überblick über Idee und Funktionsweise einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung gibt H. Thieme, "Soziale Marktwirtschaft", München Woll, "Allgemeine Volkswirtschaftslehre", Jahrhunderts machte man die Intensität des Wettbewerbs vor allem an der Zahl der Marktteilnehmer fest.

Bald ging man auch daran, dieses Ergebnis in Form von mathematischen Modellen zu erhärten. Es entstand die Modellvorstellung der sogenannten vollständigen Konkurrenz. Dabei unterstellte man vollständig rational handelnde Individuen, die auf idealen Märkten Güter anboten und nachfragten. Vor allem der Cambridger Ökonom Alfred Marshall - und sein Lausanner Kollege Leon Walras haben sich um die mathematische Beschreibung des Marktgeschehens verdient gemacht.

Das Ergebnis sollte man später als das neoklassische Modell bezeichnen. Schon bald kamen jedoch Zweifel an der Sinnhaftigkeit dieses Modells auf. Sicher ermöglichte die Mathematisierung der Ökonomie manche Einsichten in Zusammenhänge, die den Klassikern mit ihrem hausbackenen Instrumentarium noch verborgen geblieben waren. Aber der Preis dafür war hoch. Was hatte dieses Modell noch mit der Wirklichkeit zu tun? Und war der rationale, nur auf Ge- 12 Menschen und Märkte winn- und Nutzenmaximierung ausgerichtete homo oeconomicus nicht in Wirklichkeit ein Monstrum, das weder den simpelsten moralischen Ansprüchen noch der Realität gerecht wurde?

Das neoklassische Modell schien also für die Erklärung der Wirklichkeit nicht viel zu taugen. Wo aber lag dann noch die Rechtfertigung für eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung? Offensichtlich hatte die neoklassische Ökonomie ein Eigentor geschossen. An die Stelle von Adam Smiths differenziertem Menschenbild war plötzlich der sogenannte "homo oeconomicus" getreten, wie man später das Zerrbild eines vollkommen rationalen und rein egoistisch agierenden Individuums bezeichnete.

Und Smiths realistische Beschreibung unternehmerischen Verhaltens war einer blutleeren mathematischen Analyse gewichen, die zudem von keinem Politiker mehr verstanden wurde. Denn das Modell diente eben nur der mathematischen Beschreibung gewisser Grundzusammenhänge und konnte mit der Wirklichkeit gar nicht exakt übereinstimmen.

Daraus wurden nun aber neue Gründe gerade für solche staatliche Interventionen abgeleitet, die Adam Smith so vehement bekämpft hatte. Die ökonomische Theorie bemühte sich in der Folgezeit, wieder ein realistischeres Bild des Wettbewerbs zu zeichnen. Joan Robinson und Edward Chamberlin - entwarfen unabhängig voneinander das Modell der sogenannten unvollständigen bzw. Beispielsweise ist ein VW Polo zwar in der gleichen Fahrzeugkategorie angesiedelt wie etwa ein Nissan Micra, aber es handelt sich eben nicht um vollständig identische Produkte.

Auch wird ein Kunde möglicherweise dem etwas teureren Handwerker den Auftrag geben, wenn er mit ihm schon einmal gute Erfahrungen gemacht hat. Er kann ja nicht sicher sein, ob der preiswertere Anbieter genauso gut und zuverlässig arbeitet. Auch das Monopol wurde jetzt mit etwas anderen Augen angesehen. Darin besteht nach Schumpeter gerade der wesentliche Anreiz, als sogenannter Pionierunternehmer überhaupt neue Güter und Verfahren auf den Markt zu bringen.

Diese dynamische Abfolge von Innovation und Imitation macht nach Schumpeter erst den eigentlichen Sinn des Wettbewerbs aus. Schumpeter bezeichnete den Wettbewerb daher auch anschaulich als einen Prozess der schöpferischen Zerstörung. Auch für ihn ist der Wettbewerb in erster Linie ein Entdeckungsverfahren, aber nicht nur in bezug auf die Entwicklung neuer Produkte und Produktionsverfahren.

Heute wollen die Konsumenten zum Beispiel Rindersteaks essen, morgen dagegen Pizza und übermorgen vielleicht Chinesische Küche oder Biokost. Bei anderen Gütern sind die Konsumwünsche nicht weniger vielfältig und wechselhaft, wie man beispielsweise in der Modebranche jede Saison beobachten kann. Wie soll eine staatliche Planungsbehörde angesichts dieser Komplexität wissen können, welche Güter wann, in welcher Menge und an welchem Ort nachgefragt werden?

Wie sollte sie die konkrete Befriedigung dieser Nachfragevielfalt bewerkstelligen? Nur das dezentralisierte Wissen Hunderttausender von Unternehmern, Kaufleuten und Managern, die alle ihren Vorteil suchen, kann dieses "Suchproblem" lösen. Wer jemals die Versorgungsengpässe und die Beschränktheit des Güterangebotes in planwirtschaftlich organisierten Wirtschaftsordnungen erlebt hat, wird diesem zentralen Gedanken Hayeks sicher zustimmen. Harvard gegen Chicago Für die praktische Wettbewerbspolitik ergaben sich aus dieser modernen Interpretation des Wettbewerbs einige Probleme.

Kaum 14 Menschen und Märkte senkt etwa Shell die Preise, folgen Jet, Aral und alle anderen auch schon nach, um nur ja keine Kunden zu verlieren. Auch auf dem Automobilmarkt beobachten sich die Hersteller gegenseitig mit Argusaugen, um etwa Sondermodelle eines Konkurrenten sofort mit eigenen Sonderangeboten kontern zu können.

Es kommt daher sehr auf den Einzelfall an, ob ein Oligopol den Wettbewerb wirklich gefährdet. Die alleinige Betrachtung der Marktstruktur ist also wenig aussagekräftig, wenn es um die Beurteilung der Wettbewerbsintensität geht. Alternativ dazu wurde vorgeschlagen, die Marktergebnisse zum Kriterium der wettbewerbspolitischen Beurteilung eines Marktes zu machen. Dies ist das Konzept der sogenannten workable competition, des funktionsfähigen Wettbewerbs. Nach Clark soll beispielsweise die Zulässigkeit eines Monopols vor allem daran gemessen werden, ob es seine Produkte zu angemessenen Preisen verkauft.

Diese Kosten wiederum kann der Monopolist aber leicht manipulieren, indem er beispielsweise den eigenen Angestellten hohe Gehälter oder luxuriöse Büroräume gewährt und dies als unvermeidbaren Aufwand hinstellt. Augenfällige Beispiele dafür sind in Deutschland die Steinkohleindustrie und die Elektrizitäts- und Wasserversorgungswerke, die über kommunale Gebietsmonopole verfügen. Unter den Managern und Aufsichtsräten dieser Unternehmen findet man übrigens viele ehemalige Politiker; oft sind es dieselben, die zuvor für die Genehmigung der Monopolpreise zuständig waren.

Aber auch die echten Kosten eines Monopols werden meist schon deswegen überhöht sein, weil es eben am heilsamen Druck des Wettbewerbs fehlt. Der amerikanische Ökonom Harvey Leibenstein geb. Sie kommt zu den überhöhten Gewinnen als weiterer Nachteil des Monopols noch hinzu. Wie soll man aber unter solchen Umständen noch so etwas wie einen angemessenen Marktpreis bestimmen können? Viele der sogenannten Anti-Trust-Verfahren in den USA, mit denen marktbeherrschende Unternehmen zur Entflechtung gezwungen werden sollten, sind denn auch an dem Problem des konkreten Nachweises schlechter Marktergebnisse gescheitert.

Die sogenannte Harvard-Schule der Wettbewerbspolitik hat deshalb vorgeschlagen, neben der Marktstruktur und den Marktergebnissen auch Wettbewerb in Theorie und Praxis 15 das Marktverhalten der Anbieter zu prüfen.

Es gibt für marktbeherrschende Unternehmen ein beinahe unerschöpfliches Arsenal an diskriminierenden Verhaltensweisen gegenüber Kunden, Lieferanten oder Wettbewerbern. Beispielsweise kann ein marktbeherrschender Computerhersteller hingehen und seine Produkte nur an solche Kunden abgeben, die gleichzeitig auch seine miserable Software kaufen.

Oder ein Getränkehersteller beliefert nur solche Kaufhäuser, die nicht gleichzeitig auch Konkurrenzprodukte anderer Getränkefirmen anbieten, selbst wenn diese den Kunden besser schmecken sollten. Auch eine Marktverhaltenskontrolle durch die Kartellämter ist in der Praxis allerdings nicht einfach zu bewerkstelligen. Nehmen wir zum Beispiel den Fall der Benzinpreise an den Tankstellen.

Genausogut kann nämlich auch ein steigender Ölpreis oder ein höherer Dollarkurs die Ursache für eine allgemeine Benzinpreiserhöhung sein. Denn gerade dann könnte es sich kein Anbieter leisten, einen höheren Preis als seine Konkurrenz zu verlangen. Ein einheitlicher Preis aller Anbieter sagt für sich genommen daher noch gar nichts darüber aus, ob Wettbewerb herrscht oder nicht.

Wenn weder die Marktstruktur noch die Marktergebnisse oder das Marktverhalten letztlich brauchbare Kriterien für eine Wettbewerbskontrolle sind, dann sollte man am besten ganz die Finger davon lassen. Stattdessen komme es allein darauf an, den jederzeitigen Marktzutritt neuer Konkurrenten zu ermöglichen. Sogar ein Monopol kann aus dieser Sicht zumindest zeitweise volkswirtschaftlich sinnvoll sein.

Soweit es nämlich lediglich den natürlichen Vorsprungsgewinn eines besonders findigen Unternehmens widerspiegelt, 16 Menschen und Märkte geht sein Extragewinn durchaus in Ordnung. Er ist ja gerade der Anreiz, ständig nach neuen Podukten und besseren Produktionsverfahren zu suchen.

Das Monopol sollte deshalb im Prinzip jederzeit angreifbar sein, wie die Chicago-Ökonomen sagen. Ein solches, sogenanntes morphologisches Monopol sei wettbewerbspolitisch unproblematisch, weil es sich früher oder später von selbst erledige. Ein schönes Beispiel dafür ist die Geschichte der elektrischen Orgeln. Sie wurden zuerst von der amerikanischen Firma Hammond auf den Markt gebracht, die dafür ein Patent innehatte.

Noch heute spricht man allgemein von Hammond-Orgeln, selbst wenn sie schon seit langem auch von zahlreichen anderen Firmen wie Yamaha oder Hohner angeboten werden. Die ursprüngliche Monopolstellung brachte Hammond hohe Gewinne ein, begann aber schon vor Auslaufen des Patentschutzes zu wackeln. Inzwischen war nämlich das von Hammond verwendete elektromagnetische Tonerzeugungsverfahren technisch überholt, und es wurden stattdessen zunehmend rein elektronische Heimorgeln und Syntheziser gebaut.

Das betrifft zum Beispiel die Gebietsmonopole für die kommunalen Versorgungsunternehmen, aber auch die noch bestehenden Zunftordnungen, soweit sie den Wettbewerb im Handwerk beschränken.

Und natürlich sollte auch der Staat selbst möglichst nicht als Monopolanbieter auftreten, wie er dies beispielsweise im Falle von Post und Eisenbahn lange Zeit getan hat und in vielen Ländern noch heute tut.

Damit war die Wettbewerbstheorie wieder sehr nahe bei den Überlegungen angelangt, die schon Adam Smith angestellt hatte. Beispiele für Monopole, die sich auf Dauer halten konnten, sind viel schwerer zu finden. Und wenn, dann handelt es sich meistens um Fälle, in denen der Staat selbst den Marktzutritt beschränkte. Zu nennen sind hier beispielsweise das Zündholzmonopol des Ivar Kreuger von oder auch das deutsche Postmonopol, welches ursprünglich die Fürsten von Thurn und Taxis innehatten und das bis praktisch unverändert galt.

Noch heute hat die Post in Deutschland das alleinige Recht, normale Briefe zuzustellen. Im Falle von Post und Eisenbahn wurde lange Zeit argumentiert, hier handele es sich um sogenannte natürliche Monopole, die einen sinnvollen Wettbewerb prinzipiell nicht zulassen. Von einem natürlichen Monopol spricht man, wenn der Gesamtmarkt am kostengünstigsten von einem einzigen Anbieter bedient werden kann.

Man stelle sich etwa vor, mehrere Eisenbahnlinien würden auf einer Strecke - sagen wir zwischen San Franzisko und New York - miteinander konkurrieren. Vermutlich wären sie alle nicht voll ausgelastet, und so käme es offenbar zu einem verschwenderischen Angebot überflüssiger Kapazitäten. Daran war wiederum nicht zuletzt der technische Fortschritt schuld.

So wurden die Eisenbahnen schon bald durch das Automobil unter Konkurrenzdruck gesetzt, später auch durch das Flugzeug. Man spricht in diesem Fall von sogenannter Substitutionskonkurrenz, die auch einem natürlichen Monopol schwer zu schaffen machen kann. Wettbewerb mit staatlicher Verlustausgleichsgarantie ist eben kein wirklicher Wettbewerb.

Aber warum sollten nicht mehrere Eisenbahngesellschaften auf dem gleichen Schienennetz miteinander in Wettbewerb treten? Warum sollte dasselbe nicht auch bei Telefongesellschaften und anderen netzgebundenen Versorgungsleistungen möglich sein? Und was die reinen Endgeräte wie Telefone, Anrufbeantworter, Faxgeräte usw. Als dann Ende der 80er Jahre allmählich tatsächlich private Konkurrenz für die Post zugelassen wurde, konnten die deutschen Kunden endlich auch mobile Telefone, Handys und all die anderen technischen Neuerungen erwerben, die in den USA längst gang und gäbe waren.

Bis dahin war ein blaues Tastentelefon mit Wahlwiederholungstaste der Gipfel des Komforts gewesen. Und auch bei der Brief- und Paketzustellung ging man vorsichtig daran, den Markt zu öffnen. Trotz dieser positiven Erfahrungen hat die Liberalisierung der natürlichen Monopole vor allem in Europa noch mit politischen Widerständen zu kämpfen. In Europa vertraut man dabei stärker auf Gesetze und staatliche Kontrollen als auf die Macht des Wettbewerbs.

Den betroffenen Unternehmen ist das oft gar nicht so unrecht. Dreist werden mitunter sogar auch noch Subventionen gefordert, um angebliche Nachteile aus der gesetzlich regulierten Preisgestaltung auszugleichen. Wettbewerbspreise lassen sich weder simulieren noch errechnen, sondern letztlich eben nur im Wettbewerb bestimmen. Eine umfassende Darstellung der Modelle vollständiger und unvollständiger Konkurrenz bietet das Standardwerk von J. Schumann, "Grundzüge der mikroökonomischen Theorie", 6.

Heine zur neueren Geschichte der Wettbewerbstheorie. Allokation und kollektive Entscheidung", Berlin u. Wieso steigen die Mieten ständig, während Computer immer preiswerter werden? Wonach richten sich die Preise für Gebrauchtwagen oder Grundstücke? Ist es unmoralisch, ein Gemälde für 2 Mio. Solche Fragen stellen sich die Menschen, seit es Tauschhandel und Märkte gibt.

Sie stehen auch am Anfang jeder Beschäftigung mit der ökonomischen Wissenschaft. Allerdings kann man sofort weiterfragen, wovon Angebot und Nachfrage denn ihrerseits abhängen. Warum bietet die Automobilindustrie keine solarbetriebenen Fahrzeuge an, obwohl sich viele Menschen dafür interessieren würden? Viele Menschen sehen hier finstere Mächte am Werk.

Und wenn die Nachfrage nach einem Produkt zunimmt, so würden sie das nur zu Preiserhöhungen ausnutzen, statt mehr von diesen Produkten zu produzieren. Für einen Monopolanbieter mag manches davon sogar bis zu einem gewissen Grade zutreffen. Wenn aber Wettbewerb herrscht, dann sehen die Zusammenhänge etwas anders aus.

Die klassischen Ökonomen des Jahrhunderts behaupteten, in diesem Fall müsse der Preis eines Gutes auf lange Sicht stets den Kosten entsprechen. Denn wäre er höher, so würden alsbald neue Anbieter auf den Markt gelockt und der Preis müsse entsprechend sinken. Läge der Preis dagegen unter den Stückkosten, so wäre die Produktion auf Dauer nicht rentabel und müsse eingestellt werden. Alle darüber hinausgehenden "Übergewinne" werden dagegen nach klassischer Auffassung über kurz oder lang durch den Wettbewerb eliminiert.

So beobachtete man zum Beispiel steigende Preise für schwarzes Tuch, wenn die Zahl der Beerdigungen zunahm, etwa aufgrund von Seuchen oder Kriegen. Nur bei unvermehrbaren Gütern wie dem Boden führe eine steigende Nachfrage auch zu einem höheren Preis rechte Abb.

Es gab freilich eine Ausnahme von dieser Regel, nämlich den Fall der unvermehrbaren Güter. Das wichtigste Beispiel für diese sogenannten Seltenheitsgüter ist der Boden. Der englische Ökonom David Ricardo - , selbst Grundbesitzer und der wohl beste Theoretiker der ökonomischen Klassik, sah darin sogar eine Gefahr für das Wirtschaftswachstum. Dieses Gesetz der fallenden Profitrate hat sich jedoch nicht bewahrheitet, vor allem weil der Preise, Kosten und Gewinne 23 knappe Boden aufgrund des technischen Fortschritts immer produktiver bewirtschaftet werden konnte.

Trotzdem wird auch heute noch oft behautet, bei unvermehrbaren Gütern wie Grund und Boden könne der Markt nicht funktionieren. Darum steigen auch die Mieten in den meisten Ländern schneller als die Preise der meisten anderen Güter. Darin ist jedoch kein Marktversagen zu sehen, im Gegenteil: Gerade die steigenden Marktpreise signalisieren ja die zunehmende Knappheit des Bodens und erfüllen damit die wichtige Funktion, ihn seiner jeweils produktivsten Verwendungsmöglichkeit zuzuführen.

So sahen es auch die meisten klassischen Ökonomen, die somit zwei verschiedene Preistheorien nebeneinander verwendeten: Bei normalen Gütern führt eine steigende Nachfrage zu entsprechend höheren Produktionsmengen, wobei der Preis der betreffenden Güter langfristig unverändert bleibt und genau den Produktionskosten entspricht.

Bei den unvermehrbaren Gütern wie dem Boden oder seltenen Kunstwerken erhöht eine steigende Nachfrage dagegen allein den Preis, da ja das Angebot nicht ausgeweitet werden kann. Andere Fälle als diese beiden Extreme waren in der klassischen Theorie nicht vorgesehen. Wie so oft, liegt die Wirklichkeit auch hier meist in der Mitte. Angebot und Nachfrage bestimmen daher gemeinsam den Preis eines Gutes. Die grafische Darstellung dieses Marshallschen Scherentheorems entspricht einem Preis-MengenDiagramm, in dem die nachgefragte Menge als fallende Funktion und die Angebotsmenge als steigende Funktion des Preises dargestellt ist.

Der Schnittpunkt der beiden Kurven bestimmt den Gleichgewichtspreis. Tatsächlich ist an dieser oft gehörten Argumentation durchaus etwas dran.

Mit zunehmender Produktionsmenge können ja Maschinen und Anlagen eingesetzt werden, die bei geringerem Absatz nicht rentabel wären. Die Kosten solcher Anlagen verteilen sich bei steigendem Absatz auf immer mehr Gütereinheiten.

Vor allem der amerikanische Ökonom Joe Bain geb. Es wäre aber falsch, dieses Gesetz überzubewerten. Dazu gehört vor allem das Gesetz des sinkenden Grenzertrages, welches der deutsche Landwirt Johann Heinrich von Thünen - als Preise, Kosten und Gewinne 25 einer der ersten Ökonomen beschrieben hat.

Thünen verwendete zur Veranschaulichung seiner Überlegung das Beispiel des Kartoffelauflesens auf einem Feld. Je mehr Kartoffeln man aber ernten will, desto schwieriger und zeitraubender wird die Arbeit werden, und entsprechend stark steigen die Kosten.

Das gilt auch für die industrielle Produktion. Mit steigender Produktion werden allmählich die Facharbeiter am Produktionsort knapp.

Auch die Transportkosten steigen, weil die Vorprodukte von immer weiter her beschafft werden müssen, während gleichzeitig immer weiter entfernt liegende Kunden beliefert werden müssen, um die höhere Produktmenge abzusetzen.

Irgendwann wird man dazu übergehen müssen, Zweigbetriebe an anderen Standorten zu gründen, womit die Vorteile der Massenproduktion erst einmal unterbrochen werden. Besonders deutlich ist diese Tendenz in den staatlichen Verwaltungen zu beobachten, wo man mitunter für jeden benötigten Bleistift ein umfangreiches Anforderungsformular auszufüllen hat.

Der englische Soziologe C. Dieses sogenannte Parkinsonsche Gesetz ist sicher eine Übertreibung. Glücklicherweise ist eine solche Konzentrationstendenz auf den meisten Märkten nicht zu beobachten.

Daher bieten sich im Wettbewerb selbst bei ausgeprägten Massenproduktionsvorteilen immer wieder Marktnischen auch für kleinere Hersteller. Turgots Ertragsgesetz und Marshalls Produzentenrente Fügt man die Gesetze der Massenproduktionsvorteile und des sinkenden Grenzertrages zusammen, so erhält man für die meisten Güter einen Uförmigen Verlauf der Stückkosten bei steigender Menge: Zunächst kommt es tatsächlich zu sinkenden Stückkosten, die dann aber ab einem gewissen Punkt wieder zu steigen beginnen.

Dies ist das sogenannte Ertragsgesetz, das in seinen Grundzügen schon von dem vorklassischen Ökonomen Anne Robert Jacques Turgot - beschrieben worden ist.

Diese Regel hatte auch schon Johann Heinrich von Thünen entdeckt, der damit zu den Begründern der bis heute gültigen Grenzproduktivitätstheorie gehörte. Bei einigen liegen die Kosten höher, bei anderen niedriger als im Durchschnitt. Man nennt ihn auch den Grenzanbieter. Alle anderen Anbieter im Markt, die kostengünstiger als der Grenzanbieter produzieren, erzielen somit Extragewinne über die Normalverzinsung ihres Kapitals hinaus.

Alfred Marshall sprach in diesem Zusammenhang von sogenannten Produzentenrenten, wenngleich dieser Ausdruck etwas irre- Preise, Kosten und Gewinne 27 führend ist. Wenn nun die Nachfrage nach einem Gut steigt, werden zunächst alle im Markt befindlichen Anbieter ihre Produktion ausweiten.

Das geht aber wegen der geschilderten Zusammenhänge nur zu steigenden Kosten. Dadurch bekommen auch bisher nicht konkurrenzfähige Unternehmen wieder eine Chance, im Wettbewerb mitzuhalten. Infolgedessen steigt bei zunehmender Nachfrage der Marktpreis des betreffenden Gutes. Wenn allerdings gleichzeitig der technische Fortschritt alle Anbieter in die Lage versetzt, mit der Zeit immer kostengünstigere Produktionsverfahren einzusetzen, kann es auch bei steigender Nachfrage zu sinkenden Preisen kommen.

Besonders deutlich ist dieser Fall in der Computerindustrie zu beobachten. Wir können heute einen PC zu einem Preis kaufen, der vor wenigen Jahrzehnten noch für einen simplen Taschenrechner verlangt wurde.

Gemessen an unserem Einkommen sind aufgrund des technischen Fortschritts sogar die meisten Güter im Zeitverlauf immer preiswerter geworden. Das ist aber ein eher langfristig wirkender Effekt. Vielmehr gehen sie vorher durch die Hände von einem oder mehreren Händlern, die jeweils einen Aufschlag auf den Preis erheben, zu dem sie das betreffende Gut selbst erworben hatten. Wenn wir beispielsweise unseren Gebrauchtwagen bei einem Autohändler in Zahlung geben, werden wir ihn schon am nächsten Tag auf dessen Hof zu einem weitaus höheren Preis angeboten wiederfinden, als der Händler ihn an uns gezahlt hat.

Gibt es für solche Handelsspannen eine ökonomische Rechtfertigung, oder sind sie als funktionslose Gewinnaufschläge abzulehnen?

Diese Frage hat eine lange Tradition in der ökonomischen Diskussion. Schon im alten Griechenland wurden die Händler eher schief angesehen. Scheinbar bereicherten sie sich ja auf Kosten der Konsumenten, ohne selbst den Gütern einen zusätzlichen Wert hinzuzufügen. Sie standen daher ganz unten auf der Wertschätzungssskala der Berufe. Die katholische Kirche des Mittelalters ging in ihrer Bewertung des Handels nicht ganz so weit.

Aber immerhin konnte auch nach ihrer Auffassung der Kaufmann höchstens sündlos, niemals aber gottgefällig handeln. Selbst die Klassiker des Jahrhunderts betrachteten den Handel als unproduktiv. Aber einen Beitrag zum Sozialprodukt wollte auch Adam Smith darin nicht sehen. Für ihn war der Handel ebenso wie alle anderen Dienstleistungen ein Bestandteil des volkswirtschaftlichen Konsums.

Er trug zum Verbrauch der knappen Güter bei, nicht aber zu ihrer Produktion. Diese Auffassung ist allerdings bei näherer Überlegung kaum haltbar. Wieso soll es ein Beitrag zum Sozialprodukt darin zu sehen sein, beispielsweise Kohle aus der Erde zu holen, nicht aber darin, sie zum Endverbraucher zu bringen?

Wenn der Handel keine produktive Leistung erbringt, wieso wird er dann überhaupt gegen entsprechendes Entgelt in Anspruch genommen? Offenbar ist es in vielen Fällen günstiger für die Konsumenten, ihre Güter über den professionellen Handel zu beziehen, anstatt sie selbst beim Produzenten abzuholen. Es ist eben mühsamer, einen passenden Gebrauchtwagen durch das Abklappern etlicher Angebote in den Zeitungsannoncen zu finden, als aus dem reichhaltigen Fahrzeugpark eines professionellen Händlers zu wählen.

Der Preisaufschlag, den der Handel dafür nimmt, ist nichts anderes als ein Entgelt für diesen Vorteil, den er den Konsumenten verschafft. Heute werden die Leistungen des Handels ganz selbstverständlich zur volkswirtschaftlichen Wertschöpfung gerechnet.

Anders ist es mit den Gewinnen, die aus reiner Spekulation entstehen. Der Spekulant ist weder am Transport der Güter beteiligt noch an deren Verteilung an die Konsumenten. Vielmehr kauft er einfach billig Vorräte auf, beispielsweise Rohöl oder andere leicht lagerbare Rohstoffe, um sie später zu einem höheren Preis wieder loszuschlagen.

Lassen sich solche Spekulationsgewinne ökonomisch rechtfertigen? Darüber gehen die Meinungen auch in der Ökonomie auseinander. Falsch wäre es sicherlich, die Spekulationsgewinne einfach als unfaire Bereicherungsmöglichkeit für vermögende Kapitalisten zu betrachten. Denn immerhin geht der Spekulant ja auch ein Risiko ein, wenn sich nämlich die Preise anders entwickeln sollten, als er es erwartet. Und damit verringert er unter Umständen die Risiken für andere Marktteilnehmer, beispielsweise für die Konsumenten!

Nun möge im nächsten Jahr die Ernte durch Sturm und Hagel nahezu vernichtet werden. Jetzt ist für den Spekulanten die Zeit gekommen, seine Vorräte zu hohen Preisen zu verkaufen. Damit trägt er offenbar zur Vermeidung einer Hungersnot bei! Zumindest würde der Weizenpreis noch sehr viel höher steigen, wenn der Spekulant nicht in weiser Voraussicht entsprechende Vorräte angelegt hätte, die er jetzt auf den Markt werfen kann. Dies ist der positive Fall. Beispielsweise könnten spekulative Weizenkäufe zu Preissteigerungen führen, welche wiederum andere Spekulanten dazu veranlassen, auf den fahrenden Zug aufzuspringen.

Die Rohstoffmärkte scheinen dagegen durch die Spekulation eher stabilisiert zu werden. Eine entsprechende Vorratsbildung mag daher volkswirtschaftlich sinnvoll sein, wenngleich dabei die Kosten und Risiken der Lagerhaltung nicht übersehen werden dürfen.

Letztlich handelt es sich bei der Bewertung der Spekulation um einen Streit, der theoretisch wohl nicht ein für allemal entschieden werden kann. Es kommt dabei sehr auf den betreffenden Markt und auf die jeweiligen Um- 30 Menschen und Märkte stände an. Im Fall der Devisenmärkte entscheidet zum Beispiel nicht zuletzt die Wirtschaftspolitik der betreffenden Staaten darüber, ob destabilisierende Spekulationen überhaupt Nahrung finden und wie weit sie gehen können.

Mit diesem Problem werden wir uns später im Zusammenhang mit der Erklärung der Wechselkurse noch befassen. Das ist auch aus gesamtwirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Abgesehen von gewissen Sonderfällen, mit denen wir uns in späteren Kapiteln noch beschäftigen werden, spiegeln die im Wettbewerb entstehenden Marktpreise somit die relative Knappheit der betreffenden Güter wider.

Aber sind die Marktpreise damit auch gerecht? Und was ist, wenn es keinen Wettbewerb gibt? Sicher würden wir einem Arzt im Ernstfall jede Summe bieten, wenn er der einzige ist, der uns von einer lebensbedrohlichen Krankheit heilen kann.

Aber darf er diese Situation ausnutzen? Beginnen wir mit der Frage nach dem gerechten Preis. Die Ökonomen des frühen Mittelalters, die meistens Mönche oder Kirchenfürsten waren, nannten ihn den justum pretium. Viele von ihnen haben den Marktpreis als grundsätzlich gerecht akzeptiert. Da der Marktpreis Angebot und Nachfrage zum Ausgleich bringt, schien er eine natürliche Rechtfertigung zu finden. Allerdings sollten zeitweilig günstige Marktbedingungen oder gar Notlagen von den Anbietern nicht zu Preisaufschlägen ausgenutzt werden.

Als angemessen galt der Preis, wenn er den Arbeitsaufwand und die eigenen Ausgaben des Anbieters für Rohmaterialien und Vorprodukte deckte. Dabei sollte die angemessene Entlohnung allerdings durchaus unterschiedlich angesetzt werden, je nachdem, um wen es ging. Es galt das Prinzip: Ein jeder lebe nach seinem Stande. Der Fürst oder Bischof sollte also ein höheres Einkommen erzielen als der einfache Landar- Preise, Kosten und Gewinne 31 beiter, damit er den für seine Klasse üblichen Lebensstandard finanzieren konnte.

Die eigentliche Gerechtigkeitsfrage stellte sich vor allem dann, wenn es keinen Marktpreis gab, oder wenn dieser in keinen vernünftigen Zusammenhang mit den Produktionskosten zu bringen war. Welcher Preis sollte etwa für eine alte Handschrift gezahlt werden, von der vielleicht nur ein einziges Exemplar am Markt angeboten wurde? Es war allerdings nicht einfach, diese moralischen Anforderungen im tatsächlichen Marktgeschehen durchzusetzen.

Im Grunde stand dafür neben dem Gewissen des einzelnen nur die Beichte zur Verfügung. Unsere heutigen Vorstellungen von einem fairen Preis sind von den mittelalterlichen Überlegungen gar nicht so weit entfernt.

In den meisten Ländern gibt es sogar Gesetze, welche die freie Preisvereinbarung entsprechend einschränken. Beispielsweise darf der Verkäufer versteckte Mängel etwa eines Gebrauchtwagens nicht arglistig verschweigen. Umgekehrt darf aber auch der Käufer nicht die Unwissenheit oder Notlage des Verkäufers ausnutzen, um den Preis unangemessen zu drücken.

Derartige Verträge können vom Staat für sittenwidrig und damit unwirksam erklärt werden, und das ist im Prinzip auch richtig so. Problematisch wird es allerdings dann, wenn man Eingriffe in die Marktpreisbildung als Instrument der Sozialpolitik zu nutzen versucht. Nehmen wir beispielsweise an, der Staat verordne eine höchstzulässige Miete pro Quadratmeter, um das Wohnen zu verbilligen bzw.

Denn bei niedrigen Preisen wird die Nachfrage zunehmen, während das Angebot sinkt. Es wird also eine künstliche Wohnungsknappheit erzeugt! Da der Preis nicht steigen soll, müssen die knappen Wohnungen den Nachfragern dann irgendwie anders zugeteilt werden, beispielsweise über bestimmte Sozialkriterien, über Beziehungen oder über schwarze Märkte.

Nicht besser fällt die Beurteilung von staatlich verordneten Mindestpreisen aus. Dieses Instrument finden wir beispielsweise auf dem europäischen Agrarmarkt, wo man den Landwirten durch Mindestpreise für Butter oder Schweinefleisch ein ausreichendes Einkommen ermöglichen will. Da die staatlich garantierten Preise über dem Marktpreis liegen, führen sie zu einem künstlich erzeugten Überangebot der betreffenden Nahrungsmittel.

Nun wäre den Landwirten offenbar wenig mit den höheren Preisen geholfen, wenn sie dafür auf ihren Produkten sitzen blieben. Das ist nicht nur offensichtlicher ökonomischer Unsinn, sondern es kostet auch sehr viel Geld, von dem nur ein Bruchteil den Landwirten wirklich als zusätzliches Einkommen zugute kommt. Im Falle eines staatlichen Höchstpreises kommt es dagegen zu einem Unterangebot rechte Abb.

Auch in diesem Fall setzt man besser unmittelbar beim Einkommen der Landwirte an, statt die Marktpreise zu manipulieren. Beispielsweise könnte man ihnen steuerliche Erleichterungen gewähren oder ihnen direkte Einkommensbeihilfen zahlen. Aber wenn man es tut, dann sollte es möglichst auf direktem Wege und nicht über staatliche Mindestpreise für ihre Produkte geschehen. Preise, Kosten und Gewinne 33 Herbert Giersch geb. Nehmen wir an, wir wollten dem Taxifahrer etwas Gutes tun. Sollten wir ihn dann bitten, noch einmal um den Häuserblock zu fahren, damit der Fahrpreis höher wird?

Besser wäre es, ihm einfach ein Trinkgeld in entsprechender Höhe zu geben. Der Taxifahrer hätte mehr davon, selbst wenn das Trinkgeld etwas geringer ausfiele als der Mehrpreis für die Fahrt um den Häuserblock.

Beide Marktseiten würden also einen Vorteil davon haben, die gute Tat auf diese Weise zu vollbringen. Dagegen haben künstlich überhöhte Marktpreise relativ wenig Nutzen für die Anbieter und veranlassen sie nur zu einer volkswirtschaftlich unsinnigen Überproduktion.

Die Grundzüge der Preis- und Kostentheorie finden sich in jedem Lehrbuch der Mikroökonomie, vergleichsweise einfach dargestellt beispielsweise bei U. Oberender, Grundlagen der Mikroökonomie, 6.

Besonders anschauliche Darstellungen mit vielen Beispielen aus dem praktischen Leben findet man bei F. Herberg, Preistheorie, Stuttgart u. Blaug, Economic Theory in Retrospect, 5. Eine historische Darstellung der Idee des gerechten Preises bietet C. Brinkmann, "Geschichtliche Wandlungen in der Idee des gerechten Preises", in: In gewissem Sinne ist das auch richtig.

Niemand würde ja zum Beispiel einen teuren Sportwagen vom Kaliber eines Ferrari kaufen, wenn ihm dieser das Geld nicht auch wert wäre. Und falls uns die Vollkornbrötchen beim Bäcker um die Ecke zu teuer erscheinen, dann kaufen wir sie eben woanders, oder wir essen statt dessen normales Brot.

Zumindest unter Wettbewerbsbedingungen kann man also scheinbar tatsächlich die Wertschätzung eines Gutes an seinem Marktpreis ablesen. Aber so einfach liegen die Dinge auch hier wieder einmal nicht. Was also ist der wirkliche Wert dieser Dinge? Ist ihr Marktpreis nicht nur ein Zufallsprodukt aus der jeweiligen Konstellation von Angebot und Nachfrage?

Jahrhunderte lang haben sich die Ökonomen den Kopf über dieses Problem zerbrochen. Im Mittelalter unterschied man zwischen dem Gebrauchswert und dem Tauschwert eines Gutes.

Der Gebrauchswert sollte dabei so etwas wie den tatsächlichen Nutzen bezeichnen, während der Tauschwert dem Marktpreis entsprach. Niemand würde ja viel Geld für nutzlose Dinge bezahlen. Aber es gab wichtige Ausnahmen von dieser Regel. Eine dieser Ausnahmen war das sogenannte klassische Wertparadoxon.

So ist es aber schon damals nicht gewesen. Das war aber eher eine Verlegenheitslösung, welche die eigentliche Frage nicht beantwortete. Zu klären blieb nämlich, wieso diese seltenen Güter überhaupt nachgefragt wurden, und das auch noch zu manchmal schwindelerregenden Preisen. Die wirkliche Auflösung des klassischen Wertparadoxons gelang erst den Neoklassikern, nämlich mit der Entwicklung der sogenannten subjektiven Wertlehre.

Die Geschichte dieser Lehre ist reichlich verwickelt verlaufen. Die wesentlichen Überlegungen wurden unabhängig voneinander von dem Engländer Stanley Jevons - bzw. Dieser Dritte war der Deutsche Hermann Heinrich Gossen - , der die entscheidende Idee schon zwei Jahrzehnte vorher gehabt hatte. Ihm zu Ehren spricht man deshalb bis heute von den Gossenschen Gesetzen.

Gossen war eigentlich Jurist, fühlte sich aber viel stärker zur Mathematik hingezogen. Jevons zögerte nicht, die Priorität Gossens anzuerkennen, und Walras folgte ihm darin. In der damaligen Zeit war seine mathematische Behandlung des Problems noch sehr ungewöhnlich in der Volkswirtschaftslehre. Er verstand es aber weit besser als Gossen, seine Überlegungen auch in allgemeinverständlicher Form darzulegen. Gemeinsam mit Walras und dem Wiener Ökonomen Carl Menger - gebührt ihm das Verdienst, die Gossenschen Gesetze bekannt gemacht und systematisch in das ökonomische Gedankengebäude eingebaut zu haben.

Was besagen nun diese Gesetze, und warum gelten sie bis heute als die Lösung des Rätsels von Wert und Preis? Er hängt vielmehr davon ab, wie viele Einheiten man von dem betreffenden Gut schon hat. Beispielsweise ist der erste Liter Wasser pro Tag von unschätzbarem Wert, weil wir damit unseren Durst löschen können. Wer Nutzen und wahrer Wert der Güter 37 mehr als einen Liter Wasser zur Verfügung hat, wird es dagegen nacheinander für immer weniger dringliche Bedürfnisse einsetzen.

Nun kann es aber am Markt nur einen einheitlichen Preis für einen Liter Wasser geben, egal zu welchem Zweck das Wasser verwendet wird. Nach Gossen wird dieser Preis stets dem Wert der letzten Verwendung entsprechen, die wir gerade noch für sinnvoll erachten. Wäre der Preis nämlich höher, so würden wir auf diese Verwendung verzichten, also beispielsweise eben nicht schwimmen gehen.

Wäre der Preis dagegen niedriger, so würden wir das Wasser für noch weniger wichtige Dinge verwenden, etwa um damit einen Zierteich anzulegen. Offenbar wird der Grenznutzen des Wassers immer mehr sinken, je mehr Wasser wir zur Verfügung haben. Das ist das erste Gossensche Gesetz. Man beachte die Ähnlichkeit dieses Gesetzes mit Thünens Gesetz des sinkenden Grenzertrages, das wir im vorigen Kapitel kennengelernt haben. Diamanten kosten mehr als Wasser, weil sie seltener sind und deshalb einen höheren "Grenznutzen" für die Menschen haben.

Das war aber ein Irrtum, wie man sich leicht klarmachen kann. Denn der Geldbetrag, den jemand für einen Diamanten zu zahlen bereit ist, hängt ja nicht zuletzt von seinem Einkommen ab. Die Einkommen der Menschen sind nun aber in aller Regel verschieden hoch. Vielmehr kann sogar der einzelne Mensch seinen Nutzen aus einem Gut im- 38 Menschen und Märkte mer nur im Verhältnis zum Nutzen eines anderen Gutes angegeben.

Als nächstes stellte Gossen sich die Frage, in welchem Verhältnis die Menschen ihr begrenztes Einkommen zum Kauf verschiedener Güter einsetzen werden. Nehmen wir zur Vereinfachung weiter an, er könne nur zwischen zwei Gütern wählen, z.

Aber in welchem Mengenverhältnis er dies tun wird, bleibt damit noch völlig offen. Hier hilft nun das zweite Gossensche Gesetz weiter. Dabei spielen sowohl die Preise der beiden Güter als auch die individuellen Bedürfnisse unseres Geringverdieners eine Rolle. Nehmen wir an, ein Liter Wasser koste doppelt so viel wie ein Pfund Brot. Was hilft uns das für die volkswirtschaftliche Analyse?

Alle Beteiligten gewinnen, obwohl durch den Tausch kein einziges Gut mehr geschaffen wird! Denn da der Schuster anfangs zwar viele Schuhe hat, aber kein einziges Brötchen, wird für ihn der Grenznutzen eines Brötchens viel höher sein als der Grenznutzen eines Paars Sandalen. Für den Bäcker ist dies genau umgekehrt, und daher werden beide vom gegenseitigen Austausch ihrer Güter profitieren. Der Handel bringt vielmehr allen daran Beteiligten einen Vorteil.

Freier Handel ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für das Erreichen eines sogenannten Pareto-Optimums. Aber alle Möglichkeiten, gegenseitige Nutzengewinne durch Tauschhandel zu erzielen, sind in einem ParetoOptimum vollständig ausgeschöpft.

Dieses gedankliche Konstrukt geht auf Vilfredo Pareto - zurück. Er wurde in Paris geboren, entstammte aber einer Genueser Kaufmannsfamilie. Die Lausanner Schule der Neoklassik war sehr mathematisch orientiert und beschäftigte sich unter anderem mit der Frage, wie der Wohlstand einer Volkswirtschaft gemessen werden konnte.

Heute nennt man diesen Zweig der Volkswirtschaftslehre die sogenannte Wohlfahrtsökonomie. Pareto als einer ihrer Begründer kam dabei zu einem überraschenden Ergebnis, das bis heute weitgehend unbestritten geblieben ist.

Pareto wandte sich mit seinen Überlegungen gegen die bis dahin vorherrschende Lehre der sogenannten Utilitaristen, zu denen neben Francis Hutcheson - , einem der Lehrer Adam Smiths, vor allem Jeremy Bentham - gehörte. Bestenfalls kann man für ein einzelnes Individuum angeben, ob sein Nutzen mit zunehmendem Einkommen steigt oder fällt.

Aber es ist unmöglich, etwa einen Nutzenverlust des Armen gegen einen Nutzengewinn des Reichen abzuwägen und daraus einen Saldo zu ziehen. Leistet der Sprinter, der Meter in 10 Sekunden läuft, mehr als der Hochspringer, der die Latte bei 2,40 Meter überquert? Genauso ist es auch beim Nutzenvergleich zwischen verschiedenen Menschen. Niemand vermag zum Beispiel mit wissenschaftlicher Exaktheit zu sagen, ob der Arme mehr von einem Theaterticket hat als der Wohlhabende.

Bei der Verteilung lebensnotwendiger Güter wie Brot und Wasser scheint diese Frage zwar leichter zu beantworten zu sein. Aber auch eine solche Entscheidung beinhaltet immer ein Werturteil und ist daher rein wissenschaftlich nicht wirklich begründbar.

Von einer Wohlstandsteigerung der Volkswirtschaft insgesamt könne nur gesprochen werden, wenn niemand schlechter dasteht als vorher, aber zumindest ein Individuum eine Nutzensteigerung erfährt.

Falls dagegen vielleicht 99 Individuen ihre Situation verbessern und nur ein einziger sich verschlechtert, dann könne über den Wohlstand der Volkswirtschaft insgesamt keine eindeutige Aussage mehr getroffen werden.

Man sollte sich daher nach Pareto auf das bescheidenere Ziel beschränken, einen Zustand zu schaffen, in dem niemand mehr besser gestellt werden kann, ohne einen anderen schlechter zu stellen, so wie dies im Gossenschen Tauschgleichgewicht der Fall ist.

Mit Verteilungsgerechtigkeit hat dies nichts zu tun, und ebensowenig mit dem "wahren" Nutzen eines Gutes, was immer man darunter verstehen mag. Es geht Pareto lediglich darum, das relativ beste aus einer anfänglich suboptimalen Situation zu machen, indem alle denkbaren Tauschmöglichkeiten zum gegenseitigen Nutzen aller Beteiligten voll ausgeschöpft werden.

Ein Handelsgleichgewicht im Sinne von Gossen ist nun allerdings nur eine notwendige, aber noch keine hinreichende Bedingung für ein solches ParetoOptimum. Dazu müssen vielmehr noch einige andere Bedingungen erfüllt sein, welche die Produktionsseite der Volkswirtschaft betreffen. Vielmehr müssen all diese Güter erst einmal produziert werden. Da aber unsere Produktionsmöglichkeiten insgesamt begrenzt sind, haben wir dabei erneut zu wählen. Wir müssen uns entscheiden, welche Güter wir in welchen Mengen produzieren wollen.

Auch dabei geht es letztlich wieder um einen relativen Vergleich. Nutzen und wahrer Wert der Güter 41 auf zwei Unterhosen verzichten, um einen zusätzlichen Schuh herzustellen. Dann sollten Schuhe offenbar nur solange bevorzugt hergestellt werden, wie sie auch mindestens den doppelten Preis einer Unterhose erzielen.

Man spricht in diesem Zusammenhang auch von den sogenannten Opportunitätskosten eines Gutes, die hier zwei Brötchen für einen Schuh betragen. Der Wettbewerb wird nun aber im allgemeinen genau dieses Ergebnis hervorbringen! Nur im Falle von Monopolen oder anderen Wettbewerbsverfälschungen wird diese Bedingung für ein Pareto-Optimum verletzt. Denn diese bestimmt ja letztlich mit darüber, welche Bedürfnisse sich am Markt als kaufkräftige Nachfrage durchsetzen und welche Produkte somit in welcher Menge produziert werden.

Würde die Einkommensverteilung verändert, so würde sich daher vermutlich auch die optimale Produktionsstruktur ändern. Aber dieser Einwand spricht keineswegs gegen die Idee des ParetoOptimums und seine Konsequenz, möglichst alle Märkte durch Knappheitspreise steuern zu lassen.

Denn wenn man mit der dabei zugrundeliegenden Einkommensverteilung unzufrieden ist, dann sollte man eben diese Verteilung korrigieren und nicht etwa die Freiheit der Märkte beseitigen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger steckt dahinter, wenn Ökonomen wettbewerbsbestimmte Marktpreise auf möglichst allen Märkten fordern.

Dieses Prinzip der Konsumentensouveränität hat eine lange Tradition in der Ökonomie, aber es ist kei- 42 Menschen und Märkte neswegs unumstritten. Aber das sind Ausnahmefälle, die nicht das eigentliche Kernproblem berühren. Die entscheidende Frage lautet vielmehr: Soll das Güterangebot allein den möglicherweise törichten Wünschen der Konsumenten folgen, oder gibt es gute Gründe dafür, hier staatlich korrigierend einzugreifen?

Als konkrete Beispiele dafür werden oft Kulturund Gesundheitsleistungen genannt, deren Nutzen von den Bürgern unterschätzt werde. Dagegen sei der Konsum anderer, unerwünschter Güter wie z. Zigaretten oder Alkohol eher zurückzudrängen. Im ersten Fall spricht man von meritorischen Gütern, im zweiten Fall von demeritorischen Gütern.

Musgrave unterschied noch andere Gründe für ein staatliches Eingreifen in die Marktprozesse, vor allem in bestimmten Fällen von sogenanntem Marktversagen. Damit werden wir uns im folgenden Kapitel beschäftigen. Bei den meritorischen Gütern geht es dagegen nicht um Marktversagen, sondern um generelle Zweifel an der Fähigkeit der Menschen, den Nutzen der von ihnen nachgefragten Güter richtig einzuschätzen.

Wenn man sich ansieht, für was manche Leute ihr Geld ausgeben, wird man sich diesen Zweifeln in der Tat nicht ganz entziehen können. Schon die Kinder entfalten in den westlichen Wohlstandsgesellschaften oft eine ausgeprägte Präferenz für Luxusspielzeug und teure Markenartikel. Und werden wir nicht alle in gewisser Weise von der Werbung manipuliert, die uns Bedürfnisse einredet, die wir eigentlich überhaupt nicht haben?

Ende der 60er Jahre erreichte die Kritik an der Konsumgesellschaft einen Höhepunkt. Haben uns also die Gesetze des Marktes in die Irre geführt? Müssen wir den wahren Wert der Güter nicht vielleicht ganz anders definieren als an den Kriterien von Angebot und Nachfrage? In den 70er Jahren ging man daran, sogenannte Sozialindikatoren zu entwickeln, die Auskunft über die wahre Lebensqualität in einer Volkswirtschaft geben sollten.

Vor allem staatlich bereitgestellte Güter wie Krankenhausbetten, Bildungseinrichtungen und Verkehrsinfrastruktur gingen darin ein, aber auch die Qualität der Umwelt und des Wohnens. Tatsächlich wurde in der Folgezeit in vielen Ländern der Anteil öffentlicher Güter am Sozialprodukt Nutzen und wahrer Wert der Güter 43 deutlich ausgeweitet. Neue Schulen und Universitäten entstanden, viel Geld wurde für öffentliche Kultureinrichtungen wie Theater und Museen ausgegeben, und das soziale Netz wurde ständig weiter ausgebaut.

All dies wurde vorwiegend über Steuern und andere Zwangsabgaben finanziert. Damit waren nun allerdings zwei Probleme verbunden. Zum einen wurde eine Umorientierung im Konsumverhalten nur in engen Grenzen erreicht.

Je mehr nämlich der Staat die Versorgung mit Bildungs- und Gesundheitsgütern übernahm, desto weniger waren die Bürger bereit, ihr eigenes Einkommen dafür einzusetzen. Bald galt es als selbstverständlich, Medikamente und Schulbücher vom Staat bezahlt zu bekommen, in subventionierten Wohnungen zu leben und öffentliche Güter wie Bibliotheken oder Schwimmbäder zu Preisen weit unter den tatsächlichen Kosten nutzen zu können.

Ihr privates Geld gaben die Menschen dagegen weiterhin für die gleichen, oft nutzlosen oder gar schädlichen Güter wie z. Zigaretten oder Alkohol aus. Das zweite Problem betraf die Finanzierung der vom Staat bereitgestellten Güter. Da diese den Bürgern weit unter ihren tatsächlichen Kosten oder sogar zum Nulltarif angeboten wurden, gab es für den Bedarf nahezu keine Grenzen mehr.

In nahezu allen westlichen Industrieländern stiegen in den 70er Jahren im Zuge dieser Entwicklung die Steuer- und Abgabenlasten erheblich an. Liberale Ökonomen haben dem Konzept der meritorischen Güter schon immer skeptisch bis ablehnend gegenübergestanden, und zwar aus ganz grundsätzlichen Erwägungen. Denn wer bestimmt eigentlich, welche Güter nützlich und welche schädlich für die Menschen sind? Letztlich können dies nur Politiker entscheiden, die damit aber praktisch die gleichen Bürger, die sie gewählt haben, für unmündig erklären.

Nach liberaler Auffassung bedarf es daher schon ganz besonderer Gründe, um die Konsumentensouveränität in Frage zu stellen. Das gilt vor allem in einer Demokratie, die ja den mündigen Bürger geradezu zur Voraussetzung hat. Mit solchen besonderen Gründen, soweit sie eine solide theoretische Basis haben, werden wir uns im folgenden Kapitel beschäftigen. Wenn es aber darum geht, wirkliche Bedürfnisse von unangemessenem Luxuskonsum zu unterscheiden, so sollte sich der Staat in seinem Lenkungsanspruch besser zurückhalten.

Letztlich ist dies eine persönliche Entscheidung, vielleicht auch eine Charakterfrage. Nicht der Reichtum selbst schien ihm verwerflich zu sein, 44 Menschen und Märkte wohl aber seine Verausgabung für oberflächlichen Luxus, statt damit beispielsweise den Armen zu helfen. Die klassischen Ansichten zum Wertproblem werden in sehr anschaulicher und unterhaltsamer Weise dargestellt bei J.

Schinzinger in dem Sammelband von O. In dem gleichen Sammelband bietet der Beitrag von J. Wenn der Markt versagt Der Staat als Nachtwächter?

Den Ökonomen wird oft vorgeworfen, sie würden alles Heil der Welt allein in Markt und Wettbewerb suchen. In der politischen Diskussion werden sie gelegentlich als weltfremde Theoretiker aus dem akademischen Elfenbeinturm behandelt.

Ihr Glaube an den Markt laufe auf einen "Manchester-Kapitalismus" hinaus, den man schon aus sozialen Gründen nicht akzeptieren könne. Schon die Klassiker der Ökonomie des Jahrhunderts sahen sich solchen Einwänden ausgesetzt. Man warf ihnen vor, eine Wirtschaftspolitik des laissez faire zu befürworten, ein Begriff, der bereits von dem physiokratischen Ökonomen Jacques Turgot - geprägt worden war. Laissez faire bedeutet so viel wie die Dinge einfach laufen zu lassen.

Später bürgerte sich dafür auch der Begriff des "Manchester-Kapitalismus" ein, benannt nach dem Zentrum der englischen Freihandelsbewegung Ende des Lasalle war ein führender Politiker der Arbeiterbewegung und gründete den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein, die Vorläuferorganisation der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Er starb bereits mit 39 Jahren im Duell mit dem Ehemann seiner Geliebten.

Er setzte sich zum Beispiel für eine 46 Menschen und Märkte radikale Erbschaftssteuer ein und war ein Vorkämpfer für die Rechte der Frauen. Diese Unterscheidung geht auf Richard Musgrave zurück. Musgrave sah wichtige Aufgaben des Staates zum einen in der Stabilisierung des Konjunkturverlaufs und zum anderen in der Korrektur der Einkommensverteilung, welche sich aus den Marktprozessen ergibt.

Mit diesen beiden Problemen werden wir uns später noch ausführlich beschäftigen. Es gibt also in diesem Beispiel keinen positiven Zinssatz, bei dem Vollbeschäftigung erreicht worden wäre. Der Grund hierfür liegt natürlich in einer extrem geringen Elastizität der Investitionsnachfrage in Bezug auf den Zinssatz. Es spielt aber auch eine Rolle, wie hoch die Sparneigung ist. Bei sei hoher Sparneigung wird eine gegebene Investitionssteigerung nur zu einer sehr geringen Einkommenssteigerung führen.

Betrachten wir hierzu die nächste Graphik:. Nun hat Keynes selbst einmal zum Ausdruck gebracht, dass es sich hier um einen theoretisch höchst interessanten Fall handelt, der aber sehr unwahrscheinlich sei. In der Wirklichkeit sind zwei wesentliche Einschränkungen zu machen, auch dann, wenn man zugibt, dass bei einem gewissen Teil der Investitionen in der Tat Zinssatzänderungen nur eine geringe Rolle spielen.

Auf der einen Seite gelten die Überlegungen von Keynes zur Begründung für eine Zinsunelastizität der Investitionen nur für die Erweiterungsinvestitionen. In der Tat werden Unternehmungen dann, wenn sie aufgrund eines generellen Absatzrückgangs überschüssige Kapazitäten besitzen, kaum bereit sein, ihre Kapazitäten noch auszubauen.

Aber es gibt eben auch noch Rationalisierungsinvestitionen, welche primär nicht der Erweiterung der Kapazität dienen, sondern den Zweck verfolgen, die Konkurrenzfähigkeit durch Kostensenkungen sowie Qualitätsverbesserungen zu steigern.

Und dieses Motiv tritt gerade in den Zeiten auf, in denen ein Unternehmer Absatz verliert. Rationalisierungen bestehen oftmals darin, dass Produktionsfaktoren eingespart werden. Werden weniger Arbeitskräfte zur Produktion benötigt, bedeutet dies, dass Arbeitskräfte entlassen werden. Erstens besteht ein Teil der Rationalisierungsinvestitionen in Qualitätsverbesserungen. Zweitens können sich Kostensenkungen nicht nur in Einsparungen an Arbeitskräften niederschlagen.

Ein beachtlicher Teil der Investitionen erfolgt in Gebäuden. Diese Investitionen haben eine extrem lange Produktionsperiode. Bei unseren bisherigen Überlegungen gingen wir stillschweigend davon aus, dass gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit auf jeden Fall auf einen Mangel an Nachfrage nach Gütern zurückzuführen sei. Gerade diese Annahme muss bezweifelt werden. So können Kostensteigerungen bei den Rohstoffen zu einem Umbruch in der Konjunktur führen und auf diese Weise Massenarbeitslosigkeit auslösen.

So haben vor allem die beiden Ölkrisen Mitte der 70er und Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts eine starke Konjunkturkrise und damit auch Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. Auch bildungspolitische Mängel können für Arbeitslosigkeit verantwortlich sein. Dies gilt vor allem für Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund.

Die Produktion erfordert fast immer eine Reihe hochausgebildeter Fachkräfte. Mangelt es an diesen, so können auch andere Arbeitnehmer durch Arbeitslosigkeit betroffen sein, da in diesem Falle die Produktion gar nicht begonnen werden kann.

Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass es nicht ausreicht, die Nachfrage nach Gütern anzukurbeln. Gleichzeitig machen diese Beispiele darauf aufmerksam, dass die Lohnhöhe bzw. Im Rahmen der Politiklehre wird hierbei zwischen einem inside lag und einem outside lag unterschieden.

Um eine rationale Beschäftigungspolitik zu betreiben, müssten z. Damit verringern sich jedoch die Gewinne wiederum auf ihr bisheriges Niveau und die Unternehmer haben keine Veranlassung mehr, die Mehrproduktion aufrechtzuerhalten.

Entscheidend ist nun, dass dann, wenn die Unternehmer erkannt haben, dass diese Gewinnsteigerungen nur kurzfristig anhalten, diese gar nicht mehr bereit sind, die Produktion und mit ihr die Beschäftigung zu steigern, da es aufgrund einer rigorosen Kündigungsschutzgesetzgebung schwer ist, einmal eingestellte Arbeitskräfte wieder zu entlassen, wenn die Produktion wieder zurückgeht.

Nordhaus hat die These vertreten, dass eine keynesianische Fiskalpolitik im Rahmen einer repräsentativen Demokratie sehr leicht dazu führt, die konjunkturellen Schwankungen der Volkswirtschaft sogar noch zu verstärken. Die regierenden Politiker sind kurz vor den Wahlen bestrebt, über kurzfristig wirkende Beschäftigungsprogramme Wählerstimmen zu gewinnen.

Aber alle Möglichkeiten, gegenseitige Nutzengewinne durch Tauschhandel zu erzielen, sind in einem ParetoOptimum vollständig ausgeschöpft.

Closed On:

Aber alle Möglichkeiten, gegenseitige Nutzengewinne durch Tauschhandel zu erzielen, sind in einem ParetoOptimum vollständig ausgeschöpft. Nehmen wir zunächst an, die Weide gehöre mit allen Nutzungsrechten dem Nachbarn des Viehbesitzers.

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