April 20, 2011

Bangladesch: Regierung erhöht Löhne in der Textilindustrie

September 26, 2005.

Scribd es red social de lectura y publicación más importante del mundo. Umfassende Chronik der Finanzkrise – Teil III: bis Diese Chronik ist die wohl umfassendste Chronik zur Finanzkrise, die überhaupt existiert - natürlich.

December 13, 2010

Ich wartete auf den richtigen Moment, um diese Worte auszusprechen. Das warf ihn aus seiner Spur. Ich empfehle diese Worte jedem, der Kündigungsverhandlungen über einen solchen Verkaufs- und Handelsjob schnell abbrechen will. Als ich die beiden Wörter aussprach, gaben die Manager wie durch Zauberei auf.

Es gibt hier keine Abschiedsessen. Niemand weint irgendwem eine Träne nach. Kollegiale Beziehungen lösen sich in Luft auf. Freundschaften, die in der Enge des überfüllten Handelssaales zwangsweise entstehen, enden augenblicklich. Ein Verkäufer machte ein paar nette Bemerkungen und gab zu, wegen meines Wechsels etwas eifersüchtig zu sein.

Ein Händler sagte, er wolle mich nächste Woche mal anrufen. Aber die Mehrzahl meiner Kollegen, meine unmittelbaren Vorgesetzten eingeschlossen, verhielten sich mir gegenüber feindselig. Sie legten mir nicht nur nahe, das Unternehmen sofort zu verlassen; sie riefen sogar einen Wachmann, um mich zur Tür zu bringen. Allerdings pflegten clevere Angestellte dies einige Tage, wenn nicht Wochen vor ihrem Abgang zu organisieren.

Offensichtlich hatten ehemalige Mitarbeiter von First Boston törichterweise versucht, an ihrem letzten Arbeitstag Unterlagen mitzunehmen. Zum Glück war meine Aktentasche lupenrein.

Ich gab dem Wachmann meinen Ausweis und die Firmenkreditkarte und ging. Meine Tage in der zweiten Reihe waren vorbei. Ich bat nur um einen einzigen freien Werktag als kurze Verschnaufpause. Gegen die Streichung des Zwischenurlaubs hatte ich nichts einzuwenden. Ich erinnerte mich noch allzu gut an das letzte Drama, als ich nur einen Wochenendurlaub zwischen zwei Jobs genommen hatte.

Das war, als ich mein juristisches Praktikum beendete und zu First Boston ging. Obwohl es ein Freitag der Gab es für mich eine bessere Möglichkeit, mein letztes Wochenende zu verbringen, bevor ich in einem Handelssaal zu arbeiten begann? Bei dieser Reise sprach alles für mich: Ich hatte Kartenzählen geübt und konnte beim Black Jack gut genug zählen, um mir gegenüber dem Kasino einen kleinen Vorteil zu verschaffen.

Erhöht man seinen Einsatz, wenn mehr niedrige Karten aufgedeckt und mehr hohe Karten im Stapel verblieben sind, hat man einen Vorteil gegenüber der Bank. Ich rechnete mit einem solchen Vorteil, und ich rechnete mit einem Gewinn. Ich hatte meine Kartenzählstrategie durch Diskussionen mit Leuten verfeinert, die ich von First Boston her kannte.

Mein Trip nach Las Vegas war weit weniger protzig, und ich war allein. Aber es war erst der Anfang meiner Karriere, und ich wollte nur eine einzige Person finanzieren: Das Abenteuer begann vielversprechend. Schon nach ein paar Stunden hatte ich in einem Kasino fast Dollar gewonnen. Meine Strategie war einfach: Durch ständigen Wechsel meines Einsatzes und meiner Kartenzähltechnik konnte ich mir gegenüber dem Kasino einen kleinen Vorsprung verschaffen.

Black Jack ist das einzige Spiel in einem Spielkasino, wo der Spieler das Haus permanent ausbooten kann, und es war das einzige Spiel, das ich spielte. Als ich kontinuierlich gewann, begannen die Croupiers mich sorgfältiger zu beobachten. Sie wurden schon nervös, wenn irgend jemand Karten zählte, egal bei welcher Einsatzhöhe. Einer der Jungs guckte mir über die Schulter und zählte die Karten mit.

Der andere versuchte mich mit Fragen abzulenken. Die Autoren der Kartenzählbücher rühmten sich, aus den Kasinos hinausgeworfen worden zu sein. Nun war ich einer der ihren und stolz wie sie. Unglücklicherweise währte mein Höhenflug nur kurz. Im nächsten Kasino wendete sich mein Glück, und ich verlor schnell fast alles wieder. Meine fortdauernden Verluste waren unerklärlich, aber ich war nach wie vor fest von meiner Strategie überzeugt und hielt durch. Aufmerksam beobachtete ich die gezogenen Karten, erhöhte und verminderte meine Einsätze nach Plan.

Ich ignorierte auch den berühmten Ratschlag des namhaften Wirtschaftswissenschaftlers John Maynard Keynes, der gesagt hat: Für mich jedenfalls war die lange Sicht ziemlich kurz, und nach etwa einer Stunde war ich tot.

Ich hatte fast mein ganzes Geld verloren. Ich konnte mir gerade noch Spareribs zu 3,99 Dollar und ein Taxi zum Flughafen leisten. Bei Morgan Stanley würden sich mir genug Gelegenheiten zu viel ernsthafterem Glücksspiel bieten.

September seine Büros eröffnet hatte. Dieses Gesetz sollte öffentlichen Bedenken gegen die Verschmelzung von Bank- und Wertpapierbranche Rechnung tragen, indem es die Banken zwang, sich für einen der beiden Geschäftszweige zu entscheiden.

Damit war Morgan Stanley geboren. Zu Beginn war nicht ganz klar, ob das Morgan-Erbe ausreichen würde, um das Unternehmen zu einem Wertpapierhandelshaus von Weltklasse zu machen. Aber Ende der 30er war ihre Furcht verschwunden, und aus dem winzigen Ruderboot war ein stählerner Luxusliner geworden. Morgan Stanley kontrollierte den Erstzeichnermarkt für sämtliche neuen Wertpapieremissionen und sicherte sich im Alleinvertrieb die lukrativsten Geschäfte. Diese konservative Firmenpolitik wurde bis in die frühen 70er fortgeführt, in denen die Bank immer noch keinen einzigen Verkäufer oder Händler beschäftigte.

Das Unternehmen verfolgte eine strategisch ausgerichtete und stark beziehungsorientierte Geschäftspolitik, basierend auf seinem tadellosen Ruf. Wie der geschätzte Geldmanager Sanford Bernstein einst sagte: Doch während das Unternehmen in ruhigen Gewässern segelte, begannen andere, spekulationsfreudigere Banken — insbesondere Salomon Brothers und Goldman, Sachs — mehr Geld zu machen.

Es war das Ziel jeder Bank, Geld zu machen, und nicht, ihre Keuschheit zu bewahren. Wenn Morgan Stanley die Rivalen durch seinen ausgezeichneten Ruf ausbooten konnte, war das gut. Aber wenn weniger renommierte Banken mehr Cash produzierten, dann machte Morgan Stanley etwas falsch. Die Bank war reif für einen Wechsel. Der Wandel begann, anfangs zögernd, Mitte der 70er, als Morgan Stanley mit der Modernisierung seiner Geschäftsausstattung auf die Erfolge der Konkurrenten reagierte.

Morgan Stanley bekam die schmerzlichen Konsequenzen fast unmittelbar zu spüren. Das Unternehmen brauchte dringend eine neue, seiner Waffentechnik angemessene Philosophie. Der Wendepunkt kam Anfang Morgan Stanley schien hierfür nicht geeignet. Da es solche riskanten Geldgeschäfte schon vor Jahren verweigert hatte, war das Wertpapierhaus kaum qualifiziert genug, jetzt in dieses Geschäft einzusteigen. Wenig zuvor hatten sie einen Abstecher in das Geschäft mit Junk Bonds gewagt und einen Flop gelandet: Der Revlon-Deal sollte das Unternehmen zugleich absichern und revolutionieren.

Gleacher war ehemaliger Marines-Kommandeur, und seine Strategie, den Gegner total zu vernichten und keine Gefangenen zu machen, überzeugte Perelman, zusätzlich zu Drexel auch Morgan Stanley zu verpflichten. Revlon war erst der Anfang. Nachdem Morgan Stanley die verbotenen Früchte des zunehmenden Risikos und des leichteren Geldes genossen hatte, lechzte das Unternehmen nach mehr.

Der Deal erforderte eine enorme Menge Arbeit und beinhaltete hohe Risiken, aber 25 Millionen Dollar waren auch die höchste Provision, die jemals für eine einzige Transaktion gezahlt worden war. Die Gesellschafter wurden immer profitgieriger, je riskanter und einträglicher die Aktivitäten der Bank wurden. Seit den 30ern war Morgan Stanley in privater Hand, und die Gesellschafter hatten sich jahrzehntelang geweigert, an die Börse zu gehen und Aktien an andere Investoren zu verkaufen.

Jetzt aber waren die Verlockungen hoher Profite durch Aktienverkauf unwiderstehlich. Als Morgan Stanley die ersten öffentlichen Verkäufe seiner Inhaberaktien abgeschlossen hatte, gingen viele Gesellschafter, desgleichen der Vorstandsvorsitzende Dick Fisher, mit jeweils mehr als 50 Millionen Dollar nach Hause. Sie hatten den Charakter des Unternehmens unwiderruflich verändert. Vollends gerüstet, hatte Morgan Stanley seinen Spitzenstatus zurückerobert, wenn auch in einer bemerkenswert veränderten Rolle.

Die Finanzwelt zeigte sich von dem raschen Wandel schockiert. Morgan Stanley eine Prostituierte? Eine Liebesdienerin der Schulden? Der ruhmreiche Unternehmeranwalt Martin Lipton soll die Frage formuliert haben: Denn die Tat war geschehen und nicht mehr rückgängig zu machen. Sogar Morgan Stanley selbst und die verschiedenen Niederlassungen hatten abgekürzte Namen: Nahezu jede Gruppe, jedes Produkt und jede Aktivität hatte ein eigenes Kürzel.

Bald würden es mehr werden. Nach einigen zusätzlichen Jahren war es einem erlaubt, die Bücher zum Meeting zu tragen, und manchmal durfte man sogar sprechen. Viele von ihnen waren es immer noch. Die Abteilung war gegründet worden, und selbst nach über 20 profitablen und wachstumsträchtigen Jahren hatte sie nur Mitarbeiter, was einem Anteil von weniger als zehn Prozent entsprach.

Als neuer Verkaufs- und Handelsassistent hatte man lediglich drei Aufgaben: Dieser Job war zwar erniedrigender als Investmentbanking, aber die Stundenzahl, üblicherweise zwölf bis 14 täglich, war nicht schlecht.

Jobs in Verkauf und Handel versprachen schnellere Aufstiegsmöglichkeiten. Schon nach wenigen Monaten konnte man derjenige sein, der Bonds verkaufte oder handelte. Der Job war riskant, und wenn man einen Fehler machte, konnte man schnell gefeuert werden.

Wenn man der Bank aber Geld einbrachte, konnte man auch extrem gut bezahlt werden. Das Unternehmen hatte die Derivategruppe im Schnittpunkt der beiden Hauptgeschäftszweige plaziert, und das aus guten Gründen.

Derivate brachten der Bank viel Geld, und die Derivateverkäufer brauchten und verdienten so viel Unterstützung wie irgend möglich. Die DPG hatte das Privileg direkter Verbindungen zu beiden Sparten, zu dem alteingesessenen Verbund der Investmentbanker und den Verkäufern und Händlern, die über einschlägige Erfahrungen im Risikomanagement verfügten.

Investmentbanker sind konservative, kulturell bewanderte und bedächtige Männer und ein paar Frauen , die Vorstände von Unternehmen in der Auswahl des geeigneten Country Clubs beraten; ihre Lieblingsfloskel lautet: Verkäufer und Händler verschlingen Fleisch, vorzugsweise gebratenes Fleisch.

In Wirklichkeit ist diese Chinesische Mauer überflüssig; beide Seiten sind in verschiedenen Stockwerken untergebracht und froh, nur einmal im Jahr miteinander sprechen zu müssen, wenn man sich trifft, um über Boni zu diskutieren. Diese Bonuskonfrontationen gleichen der Kollision von Materie und Antimaterie.

Die Älteren bei Morgan Stanley erinnerten sich noch gut daran, wie J. Erst kürzlich litten andere Unternehmen unter internen politischen Auseinandersetzungen, und viele von ihnen gingen bankrott, wurden aufgeteilt oder mit anderen Unternehmen verschmolzen.

Vor hatte es die DPG noch nicht gegeben. Früher waren die beschränkten Derivatehandelsaktivitäten in der ganzen Bank verstreut und die Gesamterträge aus solchen Geschäften relativ niedrig gewesen. Obwohl es verschiedene Derivattypen im Grunde schon vor Jahrtausenden gegeben hat — Bauern verwendeten Forwards zur Absicherung, und die alten Griechen nutzten Optionen zum Spekulieren —, fand der weitaus überwiegende Teil der Innovationen auf diesem Gebiet im vergangenen Jahrzehnt statt.

Die meisten Derivate, die Morgan Stanley verkaufte, waren neuartige Produkte. Vor hatte es die Mehrzahl der Derivate, welche die DPG verkaufte — darunter Structured Notes sowie Zinsswaps, die ich im Detail später erklären werde —, noch nicht gegeben.

Als man an der Wall Street einst begann, solche Derivate zu entwerfen, stieg deren Nutzung und Popularität sprunghaft an. Aber die profitabelsten Derivate, darunter auch diejenigen, die ich verkaufte, wurden nach der Reaganära erfunden.

Die Gruppe verkaufte riskante Derivate mit Hebeleffekten an einige der neuen, weniger seriösen Kunden, vielfach reiche Privatpersonen aus dem Mittleren Osten und aus Ostasien. In den frühen lern verloren einige DPG-Kunden bedeutende Geldsummen mit Derivaten, aber Morgan Stanley hatte diese Verluste geheimgehalten — und selbst die Klienten, die Geld verloren hatten, kamen immer wieder zurück, um riskantere Geschäfte zu wagen.

So wie sich die Produkte der Gruppe entwickelt hatten, wandelte sich auch ihre Klientel. Es war uns nicht erlaubt, das ganze Geld zu behalten.

Dennoch blieb genug übrig, um die DPG-Verkäufer zu bezahlen, die sich rühmten, die bestbezahlten Angestellten des Unternehmens zu sein. Das waren turbulente Tage bei Morgan Stanley.

Niemanden schien es besonders zu interessieren, wie riskant viele der Hunderten von Derivatedeals waren. Das ehrwürdige Haus Morgan errichtete sich ein wackeliges Kartenhaus. Sie waren Multimultimillionäre und gehörten zu den mächtigsten — und gefürchtetsten — Männern im Derivatgeschäft. Sie gaben sich alle Mühe, weder als Individuen noch mit den Geschäften der Gruppe viel Aufsehen zu erregen, und meistens gelang es ihnen auch.

Selbst bei Morgan Stanley waren diese vier Männer nicht besonders bekannt. Geld als solches bedeutete sehr wenig. Was sind schon weitere Millionen, wenn man bereits 50 Millionen hat? Er war bestürzt über seine Fehleinschätzung. Aber er machte nicht den Eindruck, sich über die zerronnenen Millionen mehr zu ärgern, als er sich über ein paar hundert Dollar Verlust beim Pferderennen aufgeregt hätte.

George James aus London hatte den Ruf eines Senkrechtstarters und galt als der Klügste der Viererbande, obwohl manche den Verdacht hatten, diesen Anschein von Cleverness verdanke er hauptsächlich seiner Schildpattbrille. Steve Benardete beschwerte sich nicht über den Verlust von Ansehen und Kompetenz innerhalb der Bank, und er machte den Eindruck, als würde er seine neue, bescheidenere Rolle vorziehen. Weiterhin leitete er einen Teil des New Yorker Derivatehandels, aber er schien mehr Zeit mit der Bestechung von Beamten in Washington als mit der Erwirtschaftung von Handelsgewinnen zu verbringen.

Benardete war mit Abstand der kleinste in der Viererbande, aber hätte er einen Napoleonkomplex gehabt, so hätte er wohl schon lange resigniert. Er war ein Inder mittleren Alters und trug einen pechschwarzen Ziegenbart, wodurch er dem Teufel in Menschengestalt ähnelte.

Er hatte einen kreativen, brillanten Verstand und war ein passionierter Gambler und Spieler, letzteres speziell am Schachbrett. Sens Spielfertigkeiten hatten ihn viele Jahre zuvor zum Derivate-Superstar gemacht. Als man ihm in den frühen 90ern die Leitung der Gruppe allmählich entzog und anderen Managern übertrug — auch denen aus den Londoner und Tokioter Büros —, wurden Sens Wutanfälle häufiger.

Je mehr Sen die Kontrolle verlor, desto zorniger wurde er. Mit wachsendem Kontrollverlust verlor Sen unglücklicherweise auch das Interesse daran, seinen schöpferischen Kopf für derivative Zwecke einzusetzen. Wenn er anwesend war, spielte er üblicherweise den ganzen Tag Schach mit seinem Computer und unterbrach die Partie nur gelegentlich, um jemanden wegen Dummheit und Inkompetenz anzuschreien oder um Wetten zu verschiedenen sportlichen Veranstaltungen anzunehmen.

Aber er konnte sich nur selten für die Geschäfte der Gruppe begeistern. Ein paar Leute fanden sein Verhalten amüsant, aber fast jeder in der DPG begann sich über seine zwiespältigen Annäherungen zu ärgern.

Manchmal versuchte Sen nett zu seinen Kollegen zu sein, speziell zu den neuen Angestellten, und er war insbesondere nett zu mir — zumindest in der ersten Zeit. Doch infolge seines Schwankens zwischen Unbeherrschtheit und Teilnahmslosigkeit war er, solange ich in dieser Gruppe war, zwar gefürchtet, aber niemand mochte ihn.

Schon früh erfuhr ich einiges über einen Derivatehandel, der meiner Ansicht nach die Aktivitäten der Gruppe exakt reflektiert. Dieser spezielle Handel und seine Abkürzung gehört zu den unpopulärsten frühen Errungenschaften des Teams, obwohl er sich unter bestimmten Investoren immer noch einiger Beliebtheit erfreut.

Tatsächlich handelt es sich auch um Anleihen — allerdings um einen extrem eigenartigen Typ von Anleihe, denn sie verhalten sich wie Leverage-Wetten auf Wechselkurse ausländischer Währungen. Sie wurden von namhaften Unternehmen DuPont, General Electric Credit und Institutionen der US-Regierung Fannie Mae, Sallie Mae ausgegeben, aber anstatt dem Investor die Rückzahlung des ursprünglich investierten Kapitals zuzusichern, versprachen die Emittenten, den in Abhängigkeit von bestimmten ausländischen Währungen mit diversen Formeln multiplizierten ursprünglich investierten Kapitalbetrag rückzuerstatten.

Wenn Sie Dollar für eine gewöhnliche Anleihe zahlen, erwarten Sie die gesamten Dollar zuzüglich Zinsen bei Fälligkeit zurück, und das in den meisten Fällen zu Recht. Wer PERLS kauft und erwartet, sein investiertes Kapital bei Fälligkeit exakt wiederzuerhalten, hat entweder nicht verstanden, was er da gekauft hat, oder er ist verrückt. Structured Notes gehören zu den für die Käufer problematischsten Derivaten. Schätzungen hinsichtlich des Marktvolumens reichen von Hunderten von Millionen bis über eine Billion Dollar — fast Ehrgeizigen Derivateverkäufern sind beide Gruppen recht.

Wenn sich die Währungen wundersamerweise parallel entwickelten — und das war ungefähr so wahrscheinlich wie die Formation der neun Planeten unseres Sonnensystems zu einer geraden Linie —, erhielt man genau Dollar zurück. Diese Worte erschienen überall in den auf Morgan Stanleys Werbebroschüren abgedruckten Allgemeinen Verkaufsbedingungen und erzeugten fast immer ein Gekicher unter den Verkäufern.

Dagegen hatte Morgan Stanley nichts zu verlieren. Das Wertpapierhaus gewann, egal was mit den verschiedenen Kursen passierte, denn es sicherte seine Währungsrisiken durch separate Transaktionen mit anderen Banken ab. Die durchschnittlichen Bankspesen für einen gewöhnlichen Bond mit mittlerer Laufzeit betrugen weniger als ein halbes Prozent.

So erhielt eine Bank für Millionen an Bonds vielleicht ein paar Und bei einigen Deals waren die Honorarsätze noch höher. Die komplexen Formeln bemerkten sie nicht; ihre Sicht war getrübt. Das sind die Käufer, die ich Witwen und Waisen nenne. Verkäufer lieben diesen Käufertyp. Forward yield curves sind ein grundlegendes, allerdings auch heikles Konzept im Derivateverkauf. Normalerweise verläuft die Kurve nach oben, denn je weiter die Fälligkeit einer Staatsanleihe vom gegenwärtigen Zeitpunkt entfernt ist, desto höher die Rendite.

Normalerweise erhält man mit einem fünfjährigen CD eine höhere Rate als mit einem einjährigen. Es gibt viele verschiedene Renditekurven.

Coupon- und Zero-Kurve veranschaulichen grundlegende Fakten; die Notierungen, aus denen diese Kurven täglich neu zusammengesetzt werden, kann man dem Wirtschaftsteil der meisten Tageszeitungen entnehmen.

Tatsächlich gibt es eine Menge solcher Forward-Kurven, aber sie alle beruhen auf derselben Idee. Eine Forward-Kurve ist wie eine Zeitmaschine: In die gegenwärtige Renditekurve sind Forward-Kurven für unterschiedliche Zeitpunkte in der Zukunft eingebettet.

Die Forward-Kurve sagt nicht wirklich Ereignisse voraus, wie es ein Astrologe oder ein Wahrsager tun würde, und wie eine Zeitmaschine ist eine Forward-Kurve nicht sehr präzise. Wäre sie das, dann wären die Derivatehändler noch reicher als ohnehin schon. Statt dessen entstehen die Renditeprognosen fast wie von Zauberhand, aber nicht ganz, aus den Arbitragegeschäften — den sogenannten risikolosen Geschäften, bei denen man sich verschiedene Preisunterschiede bei Bonds zunutze macht — in einem aktiven, flüssigen Bondmarkt.

Angenommen, der Zinssatz beträgt für ein Jahr fünf und für zwei Jahre zehn Prozent. Das ergibt eine steile Zinskurve. Nehmen wir des weiteren an, Sie wollen Dollar für zwei Jahre anlegen. Dann können Sie 1 in zehn Prozent für zwei Jahre investieren oder 2 in den einjährigen Bereich mit fünf Prozent gehen und abwarten, welchen Zinssatz Sie im zweiten Jahr erhalten können. Was würden Sie tun?

Wenn Sie sich für zehn Prozent auf zwei Jahre entscheiden und der einjährige Zinssatz bei fünf Prozent konstant bleibt, sind Sie besser dran. Wenn Sie aber zu zehn Prozent auf zwei Jahre angelegt haben und der Zinssatz im Einjahresbereich auf 50 Prozent hochschnellt, sind Sie schlecht dran. Wo liegt hier der Break-Even-Satz im Einjahresbereich? Aber die Fünfzehn-Prozent-Rate ist durch die gegenwärtigen Sätze impliziert.

Es gibt eine Anzahl hochkomplizierter Formeln, mit deren Hilfe man alle Forward-Raten für alle Laufzeiten berechnen und eine komplette Forward-Kurve ableiten kann, aber die Analyse ist nicht viel schwieriger als das obige Beispiel. Wenn Sie die obige Diskussion nicht ganz verstanden haben, prägen Sie sich nur soviel ein: Verläuft die heutige Renditekurve flach, ist auch die Forward-Kurve flach. Zeigt die heutige Renditekurve steil nach oben, verläuft auch die Forward-Kurve höher und steiler.

Und wenn Sie nicht glauben, was die Renditekurve prognostiziert, eröffnen Ihnen Derivate die Möglichkeit, gegen die Forward-Kurve zu spekulieren. Forward-Kurven sind ein unglaublich starkes und wichtiges Konzept im Derivatehandel.

Wenn Sie Forward-Kurven nicht verstehen und in einer Investmentbank arbeiten, dann werden die Derivateverkäufer und -händler Sie möglicherweise auslachen. Wurde das investierte Kapital zurückgezahlt, so blieb dem Klienten der Unterschied vermutlich verborgen.

Und wenn das Kapital nicht mehr zurückgezahlt wurde, nun ja …. Aber einige taten es sicherlich. Das Telefongespräch des Verkäufers verlief ungefähr so:. Es sind nur ein paar Wochen vergangen.

Und es ist eine von einer staatlichen Institution ausgegebene Anleihe, um Gottes willen. Sagen Sie das noch mal — diesmal in einfachen Worten.

Was soll das bedeuten? An diesem Punkt geriet der Versicherungsangestellte völlig durcheinander. Wovon reden Sie, verdammt noch mal? Wir haben um nichts gewettet, und wir hätten auch nichts verlieren dürfen. Wir haben keine Wetten auf ausländische Devisen abgeschlossen. Wir sind ein Versicherungsunternehmen, um Gottes willen.

Wir dürfen ausländische Währungen nicht einmal kaufen. Deshalb erhalten Sie bei diesem Bond auch einen über dem Marktsatz liegenden Coupon. Ich habe Ihnen das gesagt. Ich habe Sie gewarnt. Sie erinnern sich nur nicht daran. Ich habe versucht, Ihnen die Berechnungsformel zu erklären. Geben Sie es doch zu, warum wohl glaubten Sie einen so hohen Coupon zu bekommen, wenn Sie keine Risiken einzugehen brauchten? Der Angestellte war sprachlos. Ich dachte, Sie würden das Devisenkursrisiko übernehmen.

Als er fertig erzählt hatte, fragte er mich, ob ich wisse, wie man es nenne, wenn ein Verkäufer handle, wie er gegenüber seinem Klienten gehandelt hatte. Viele dieser Bonds waren von First Boston gemanagte Emissionen. Die Investmentbanker vom oberen Stockwerk waren gut darin, Unternehmen und Regierungen zu überreden, Bonds in verschiedenen Fremdwährungen aufzulegen, und diese Gruppe verkaufte all diese Bonds, mit einer nennenswerten Ausnahme: Dieses Produkt war eine Delikatesse für die Verkäufer, obwohl sich ihre Klientel auch einmal daran vergiften konnte.

Es brachte eine enorme Verkaufsprovision ein und barg unkalkulierbare Risiken. Jetzt war ich im Begriff, dieses ausländische Derivat an einem fremden Tisch kennenzulernen. Plötzlich glaubte ich zu hören, wie einer der Verkäufer sagte, das Papier sei von einer Agentur der US-Regierung ausgegeben worden.

Konnte ich ihn richtig verstanden haben? Dieser Derivatehandel war kompliziert, und so war das Infopaket sehr umfangreich, etwa ein Dutzend Seiten. Dieses Paket vermittelte mir einen ersten Überblick über ein echtes Derivat, und ich überflog die Seiten so furchtsam, als könnte es in meinen Händen explodieren. Der Text begann mit Hintergrundinformationen über die thailändische Wirtschaft und enthielt ein paar sonderbare Linien und Tabellen, die etwas über Thailands Wirtschaftswachstum, Inflation und Devisenreserven aussagten.

Am Ende befand sich eine zweiseitige Zusammenfassung der wichtigsten Daten und Konditionen einer vorgeschlagenen Investition. Jetzt erinnerte ich mich, gehört zu haben, wie ein Verkäufer seinen Assistenten beauftragte, dieses Informationspaket an alle seine Kundenkonten zu faxen.

Ich fragte mich, ob es vorteilhaft für ihn war, ein vertrauliches und nur für den internen Gebrauch bestimmtes Dokument zu versenden. Soweit ich diesen Jargon interpretieren konnte, enthielt das Dementi zwei Warnungen für den Leser: Warum erforderte das Informationspaket einen so ausführlichen Widerruf? Auf der einen Seite waren die Blätter vertrauliche interne Dokumente.

Was ging da vor? Ich bekam eine erste Kostprobe der zwischen Handelssaal und Rechtsabteilung herrschenden Vetternwirtschaft.

Diese enge Beziehung ermöglicht Investmentbanken einen sauberen — und profitablen — Trick: Im Ergebnis schützen diese Warnungen das Unternehmen vor solchen Klagen. Diese Verkaufsdokumente waren nicht zum Versand bestimmt oder nicht verbindlich; in jedem Fall aber enthielten sie einen angemessenen Warnhinweis. Teilweise wegen des aufgedruckten Dementis fielen Verkaufsgeschäfte mit solchen Derivaten nicht unter den Schutz des US-Wertpapiergesetzes.

Aus der Sicht der Verkäufers mag es gleichgültig sein, ob man Derivate oder explodierende Ford Pintos verkauft. Wenn man einen entsprechenden Ruf im Losschlagen hochspekulativer und hochprofitabler Derivate hatte, fand man leicht einen anderen Job. Aus der Sicht des Unternehmens war es wichtig, soviel Geld wie möglich aus diesen Geschäften herauszuholen. Hole eine fette Provision heraus, lege die Zeitbombe, mach dich davon und warte.

Natürlich würden die Verlierer im Derivatehandel Klage erheben, aber solange die Bank genug Geld gemacht hatte und die Klage abweisen konnte, war das kein Problem. Die wichtige Information, die mir die aufgedruckten Dementis vermittelten, lautete: Mit dem Verkauf von Derivaten macht man Geld, indem man seine Kunden in die Luft zu sprengen versucht.

Ich prüfte das zweiseitige Infoblatt. US-Agenturen gelten als risikolos, weshalb man bei einem normalen, von einer solchen Institution ausgegebenen Bond einen vielleicht halb so hohen Coupon erwartet hätte. Was war der Dreh bei diesem Deal? Folglich erhielt man das gesamte investierte Kapital zurück, wenn sich der Baht und der Korb innerhalb eines Jahres um denselben Betrag veränderten. Wenn man also ein solches Derivat für Millionen Dollar gekauft hatte und sich der Baht parallel zu den Währungen im Korb entwickelte, erzielte man einen gewaltigen Coupon von 11,25 Millionen Dollar, zusätzlich zu den ursprünglich investierten Millionen.

Wenn allerdings die Wertänderungen des Baht und der Korbwährungen nicht exakt gleich verliefen, bekam man weniger als das ursprünglich investierte Kapital zurück, möglicherweise sogar überhaupt nichts. First Boston behauptete dies. Die Thailändische Nationalbank hielt diese Formeln streng geheim, doch First Boston behauptete, sie herausgefunden zu haben. Wenn allerdings die Thailändische Nationalbank vom erwarteten Kurs abwich, geriet man in einen Wirbelsturm, der einen vernichten würde.

Nach ein paar Jahren der Verlockung waren die Investoren im Juli fassungslos, als die Thailändische Nationalbank bekanntgab, sie werde ihre Formeln zur Wertfestlegung des Baht aufgeben, und der Baht — zusammen mit seinen angeschlossenen Derivaten — sofort zusammenbrach. Möglicherweise stellen sich Ihnen noch ein paar Fragen zu den Derivaten.

Wer kaufte sie und warum? Spekulierten diese Käufer nur, oder glaubten sie, First Boston habe eine Geheimformel entdeckt? Und wenn dieses Geschäft eine so gute Wette war, warum hatte First Boston es dann auch anderen offeriert, anstatt alle Risiken allein zu tragen?

War First Boston auf der anderen Seite bei dieser Wette, oder sicherten sie sich irgendwie ab? Warum waren US-Agenturen in diese Sache verwickelt durch die Ausgabe von an komplexe Formeln gebundenen Bonds, deren Wert sich an einer Formel orientiert, mit der die Thailändische Nationalbank angeblich den Wert ihrer Währung bestimmt? Ich stellte einem Verkäufer einige dieser Fragen.

Der Verkäufer lehnte es ab, mir zu diesem Thema etwas zu erklären. Spontan sagte ich eine Liste der am besten ausgestatteten privaten Hedge Fonds auf. Quantum und Soros hatten durch Devisenspekulationen Milliarden gewonnen und verloren. Nehmen Sie mich auf den Arm?

Wer blieb dann übrig? Könnte Fidelity oder Templeton zu den Käufern zählen? Allmählich gingen mir die Alternativen aus. Ich bedrängte den Verkäufer, mir zu verraten, wer dieses Thai-Baht-Derivat kaufte. Ich konnte es nicht glauben. Warum kauften die derart riskante Derivate? Das sind doch konservative Investoren. Warum sollten die solche Structured Notes kaufen? Er warf mir einen Blick zu, als zweifle er an meinem Verstand. Liegt das nicht auf der Hand?

Lag es auf der Hand? Ich überlegte, welche Gattung von Wertpapieren Versicherungsgesellschaften bevorzugen würden. Versicherungsgesellschaften waren extrem vorsichtig, oder nicht?

Sie unterlagen strengen Richtlinien, die den Investitionsradius der meisten Versicherer einschränkten. Sie unterteilte Investments in Risikoklassen von Eins bis Fünf und bestimmte, wieviel jede Versicherungsgesellschaft in jeder Klasse investieren durfte.

Wieso also durfte ein Versicherungsunternehmen mit einem an den Baht und einen Korb ausländischer Währungen gebundenen komplexen Produkt spekulieren, wenn bereits Aktien für viele Versicherer zu riskant waren?

Hierdurch mochte die Wette weniger riskant erscheinen, aber es konnte doch nicht über die wahre Natur dieses Investments hinwegtäuschen, oder doch? Erstaunlicherweise lautete die Antwort nein. Tatsächlich war hauptsächlich — oder vielleicht sogar allein — deshalb eine US-Agentur involviert. Und sie registrierten auch nicht die komplexen Formeln oder den Währungskorb oder die komplizierten Charts und Diagramme.

Sie konnten Studentendarlehen einkassieren oder Hypothekendarlehen zusammenfassen. Wie könnte ein Wertpapier, das durch eine Regierungsagentur ausgegeben und durch das US-Schatzamt abgesichert wurde, riskant sein? Da die gefährliche Thai-Spekulation hinter der amerikanischen Flagge verborgen war, erkannten die Aufsichtsbehörden die versteckten Risiken erst sehr viel später und auch dann nur in den Fällen, in denen der Käufer Geld verlor.

Wall Street war voll von Glücksspielern, und Investmentbanken wurden oft mit den Kasinos verglichen, die südlich von Manhattan an der Uferpromenade von Atlantic City lagen.

Allerdings war das Glücksspiel in den Kasinos zumindest legal. Zuerst traf ich mich mit einer Gruppe von Anwälten des Unternehmens. Sie wiesen mich an, keinerlei Geheimnisse im Zusammenhang mit noch offenen Geschäften zu debattieren. Falls ich Dokumente von First Boston gestohlen hätte, solle ich sie zerstören.

Morgan Stanley und First Boston hatten jüngst ihre Erfahrungen mit Problemen gemacht, die aus dem Überwechseln von Angestellten resultierten, und Morgan Stanley verhielt sich in dieser Hinsicht besonders vorsichtig.

Zuvor schon hatten verschiedene Verkäufer und Händler Dokumente, Software und ähnliches an sich gebracht und die Klienten des einen zum anderen Unternehmen mitgenommen. Mir war ein spezieller, besonders schmerzlicher Fall bekannt: Diese Manager würden bald meine Vorgesetzten werden, meine persönliche Viererbande.

Sie stellten mir einige der Fragen, die bereits die Anwälte gestellt hatten, aber offensichtlich aus einer anderen Perspektive. Sie schienen nicht zu fragen, ob ich Dokumente oder Software hatte mitgehen lassen. Sie wollten vielmehr wissen, was ich hatte oder, klarer gesprochen, wann sie Kopien erhalten würden. Als ich ihnen erklärte, das einzige Material, das ich von First Boston mitgenommen hätte, sei meine persönliche Kopie des nordamerikanischen Freihandelsübereinkommens, bezichtigten sie mich der Lüge.

Soweit es sich um Computermodelle handelte, war ich sicher, für geplante Handelsgeschäfte neue Modelle entwerfen zu können. Aber was ehemalige Kunden anbelangte, wollte ich vorsichtig sein.

Sie fragten mich weiterhin nach Informationen, und ihre Enttäuschung wurde offensichtlich. Endlich stellte einer von ihnen mir eine wirklich wichtige Frage: Während einiger ruhiger Wochen bei First Boston hatte ich ein Computerwürfelspiel programmiert.

Ein Angestellter sagte mir später, dieses Spiel habe mit den Ausschlag gegeben, als man sich bei Morgan Stanley für mich entschied. Die Animation bestand aus einem virtuellen grünen Filztuch und zwei roten Würfeln, die sich zu drehen schienen. Wenn man dieses Spiel vor jemandem verbergen wollte, drückte man einfach eine Taste, woraufhin das Würfellayout durch ein Arbeitsblatt mit mathematischen Berechnungen für festverzinsliche Wertpapiere ersetzt wurde.

Ich erinnerte mich an den Tag, als die Verkäufer und Händler bei First Boston mein Würfelspiel entdeckt hatten, woraufhin sämtliche anderen Tätigkeiten im Handelssaal erlahmten. Ein Verkaufsleiter zwang mich, Wetten auf die Würfel anzunehmen, und während der folgenden Wochen managte ich den ganzen Tag lang das Würfelprogramm, während eifrige Spieler auf die sich drehenden roten Würfel starrten und mich anschrien, wenn sie verloren hatten.

Die Wettabellen wurden so komplex wie das Auftragsbuch der Gruppe. Natürlich erwog ich, das Spiel zu manipulieren jeder Derivateverkäufer, der etwas auf sich hielt, hätte mit dem Gedanken gespielt , aber ich sah von dieser Möglichkeit ab, als ich mir vorstellte, wie sich die Geschichte überall bei First Boston herumsprechen würde: Ist denn nichts mehr heilig? Es kostete zuviel Zeit — und zuviel Nerven.

Ich kopierte das Computerspiel auf mehrere Disketten, verteilte diese und zog mich aus dem Spielgeschäft zurück. Der Manager war von dieser Idee nicht sonderlich beeindruckt. Niemand war für meine Karriere bei Morgan Stanley wichtiger als diese vier Manager.

Häufig werden Oxymora in Form von Zwillingsformeln geprägt. Auch einzelne Wörter oder Begriffe oder auch ein ganzer Satz können ein Oxymoron bilden. Das Wort Oxymoron selbst ist bereits ein Oxymoron. Der innere Widerspruch eines Oxymorons ist gewollt und dient der pointierten Darstellung eines doppelbödigen, mehrdeutigen oder vielschichtigen Inhalts, indem das Sowohl-als-auch des Sachverhaltes begrifflich widergespiegelt wird.

Ich war Associate, wie die meisten Angestellten, die nach der Hochschule weniger als vier Jahre Berufserfahrung gesammelt hatten. Die Einkünfte entsprachen ungefähr der Rangstellung im Betrieb. Im Durchschnitt machten Managing Directors viele Millionen Dollar, Principals fast eine Million, Vizepräsidenten eine halbe Million, und als Associate verdiente man etliche hunderttausend Dollar — jeweils mit weiten Spannen innerhalb jeder Hierarchiestufe.

An der Wall Street rundete man Jahresgehälter von weniger als Ich war nun 27 Jahre alt, immer noch einige Jahre jünger als der Durchschnitt der Associates bei Morgan Stanley; die meisten hatten zwischen dem College und der Wirtschaftsschule gearbeitet. Beförderungen zum nächsthöheren Rang dauerten zwei bis vier Jahre.

Fast jedesmal während meiner Zeit bei Morgan Stanley, wenn ich mit Sen zu tun hatte, ging es ums Glücksspiel, nicht um das Kundengeschäft. Gelegentlich beobachtete ich ihn beim Computerschachspiel. Öfters schlossen wir Wetten auf sportliche Veranstaltungen ab. Sen tat kaum etwas anderes als spielen und wetten. Des öfteren fegte er nahe meinem Platz im Handelssaal umher, aber ich war einer der wenigen Glücklichen in der Gruppe, die er nur selten anschnauzte. Er rühmte sich, als Jugendlicher und noch als Langstreckenläufer in der Wirtschaftsschule schlank gewesen zu sein, aber seine Zeiten als Marathonmann lagen unübersehbar hinter ihm.

Sowie eine geeignete Pause eintrat, begann er zu kurbeln, griff nach Schreibblock und Stift, dehnte seinen Arm wie Sandy Koufax und feuerte unvermittelt eine Serie von Baseball-Diagrammen ab, die jedes Gegenargument erledigten. Salant war einer der wenigen Manager bei Morgan Stanley, die kaum Allüren hatten. Unglücklicherweise fehlte es ihm auch an der notwendigen Ausstrahlung, um seine Truppe zu inspirieren.

Obwohl die anderen Derivateverkäufer seine relativ sanfte Art und seinen strengen Arm schätzten, war Salant daher weder gefürchtet noch beliebt. Millionäre, aber keine Multimillionäre.

Diese beiden Principals sollten während meiner Zeit bei Morgan Stanley meine direkten Vorgesetzten sein. Die meiste Zeit eines jeden Tages verbrachte ich kaum einen Meter neben ihnen. Sie waren so unterschiedlich, wie es zwei Menschen nur sein können.

Ich werden diesen beiden Principals den Gefallen tun, sie nur bei ihren Spitznamen zu nennen. Beide Spitznamen sind treffend gewählt. Gleichwohl war er ein vernünftiger und effizienter Leiter. Sein Beispiel machte Schule, und mit der Zeit begannen andere es ihm nachzutun.

Vogelscheuche war eine Ausnahme von der Regel, nach der Angestellte über vierzig auf die grüne Wiese verpflanzt wurden. Er pflegte sein Alter zu verschweigen, aber nach übereinstimmenden Schätzungen war er mindestens Als ewiger Principal hatte er seit jeher im Handelssaal gearbeitet. Das Management konnte weder seine Beförderung rechtfertigen noch ihm erlauben zu gehen.

Den Spitznamen meines zweiten Principals werde ich erst etwas später verraten. An dieser Stelle nur soviel: Diese kämpferische Frau wirkt immer noch erfolgreich bei Morgan Stanley.

Sie hat das Zeug zur Karriere als Managerin und hätte wahrscheinlich keine Nachteile zu erleiden, wenn ihr Name hier genannt würde. Dennoch halte ich auch ihren bürgerlichen Namen geheim, wenngleich aus einem anderen Motiv: Vertraue, aber prüfe auch nach. Beide Regeln, pflegte er stolz zu sagen, habe er während der erleuchtetesten Zeit in der Geschichte der Vereinigten Staaten gelernt — von bis —, und zwar von dem erleuchtetesten Mann, der zu dieser Zeit gelebt habe.

Ich war entschlossen, mein Bestes zu geben. Wie die Emerging Markets Traders Association erklärte, lag das Handelsvolumen bei 1,5 Billionen Dollar, dem Doppelten des Vorjahres, und lateinamerikanische Derivate waren der am schnellsten wachsende Teil der Derivatemärkte.

Die monatlichen Handelsumsätze in lateinamerikanischen Derivaten waren auf einen Nominalwert von 25 Milliarden Dollar gestiegen, gegenüber nur drei Milliarden im Jahr Kraft meiner Erfahrung bei First Boston war ich praktisch ein Veteran in lateinamerikanischen Derivaten.

Morgan Stanley stellte mich und einen anderen Associate ein, um seine imposante lateinamerikanische Derivate-Präsenz auszuweiten. Lateinamerikanische Bonds entwickelten sich immer schneller zu einer der wichtigsten Sparten im Handelssaal. Vogelscheuche war mit der Leitung unseres lateinamerikanischen Derivateprojekts beauftragt.

Ich sollte mir einen Augenblick Zeit nehmen, um die Anordnung und Hierarchie in einem Handelssaal zu beschreiben, damit Sie besser verstehen, wie lateinamerikanische Derivate dort hineinpassen. Sie stechen stärker hervor, als Sie vielleicht glauben. Die Reputation einer Gruppe im Handelssaal hängt hauptsächlich davon ab, wieviel Geld diese Gruppe macht. Die begehrtesten Jobs an der Wall Street gehörten in den vergangenen Jahren zum Derivatehandel, und diese Gruppen beherrschten gewöhnlich auch den Saal.

Wenn man nicht im Derivatgeschäft war, galt im allgemeinen: Je näher man an den Handel mit Regierungsanleihen herankam — den Mittelpunkt des Anleihehandelssaales —, desto besser. Weniger begehrenswert war kein Job in den Handelssälen.

Der Aktienverkauf lief schlecht, das Privatkundengeschäft vielleicht noch schlechter. Einer der übelsten Jobs war beispielsweise der Verkauf von Geldmarktinstrumenten in Philadelphia, falls das betreffende Unternehmen, anders als viele Banken, dort noch ein Büro betrieb.

Der schlechteste Job überhaupt dreht sich um die Kommunalobligationen. Munis sind in den hintersten Ecken des Handelssaales und im Brachland des Investmentbankings zu finden. Bevor ich mich dem Trainingsexamen bei First Boston unterzog, sagte man mir: Glücklicherweise landete ich nicht bei den Munis, und mein Bereich — Emerging Markets — rangierte fast an der Spitze der Hierarchie des Handelssaals.

Sie wissen vermutlich, was Emerging Markets oder aufstrebende Märkte sind; wenn ja, ist dies ein Verdienst des Marketings an der Wall Street. Bondverkäufer sind sehr einfallsreich bei der Erfindung trügerischer Namen, mit denen sie riskanten Bonds ein attraktiveres Aussehen verleihen.

Ein anderes Beispiel sind die Emerging Markets. Unglücklicherweise gab es keine Käufer. In den späteren 80ern genehmigte US-Finanzminister Nicholas Brady den Plan, diesen Schrott mit wertvollen US-Bonds zu mischen, um eine attraktivere Pastete aus restrukturierten Dritte-Welt-Schuldneranleihen zu kreieren, die — wie man hoffte — jemand kaufen würde.

Doch sein Name allein konnte die Investoren leider nicht von der Attraktivität dieser Bonds überzeugen, weshalb der Brady-Markt stagnierte. Der gesamte Markt brauchte einen neuen, attraktiv und sexy wirkenden Namen. Auch dieser Versuch scheiterte. Die heutigen Konsumenten von Fast-Food-Geflügel lassen sich übertölpeln; die Investoren in den 80ern aber waren auf der Hut. Begeistert übernahmen alle diesen Terminus, woraufhin auf der ganzen Welt Niederlassungen umbenannt wurden.

Viele andere Banken bezeichneten dieses Feld einfach als Emerging Markets. Ich hatte nicht geplant, mit Derivaten der aufstrebenden Märkte zu handeln, und im Grunde war ich für diesen Job nicht einmal die erste Wahl. Der beste Ratschlag, den ich jemals erhalten habe, stammt von einem Manager, der sagte, ich könne zum Emerging-Markets-Experten werden, wenn ich schlicht vorgeben würde, ein solcher Experte zu sein. Ich enttäuschte sie nicht.

Solange die aufstrebenden Märkte, speziell in Lateinamerika, robust und profitabel waren, gefiel mir meine Position. Jahrzehntelang hatte Mexiko seine staatlichen Banken vor Ausländern geschützt. Die mexikanischen Märkte waren unter anderem deshalb so profitabel, weil die mexikanischen Aufsichtsbehörden den zwei Dutzend einheimischen Banken erlaubten, hohe Zinsen zu verlangen und hohe Profitspannen aufrechtzuerhalten.

Das Ergebnis war eine mexikanische Banken-Fiesta: Mexikanische Banken gehörten zu den am wenigsten konkurrenzfähigen Kreditinstituten der Welt, und die reichsten Mexikaner waren im Bankgeschäft tätig. Mexikos Schuldenkrise in den 80ern hat Citicorp härter als jede andere US-Bank getroffen, und ihre Reaktion auf die Umstrukturierung der mexikanischen Multimilliarden-Dollar-Schulden glich der eines Touristen, der mexikanisches Wasser getrunken hat.

Seit waren die Restriktionen etwas gelockert worden, und selbst der Citicorp war es gelungen, die 8,8 Milliarden Dollar an ausländischen Investments zu verdauen, die jüngst nach Mexiko geflossen waren. Wir sahen die mexikanischen Banken nicht als Nüsse an, die reif zum Aufknacken waren. Diese Banken waren nicht unsere Gegner, und falls es doch Nüsse waren, so waren sie jedenfalls noch nicht reif genug. Unser Plan war es daher, die Banken noch etwas mehr zu mästen.

Wenn diese Banken immer noch hungrig waren, sollten wir sie füttern, nicht bekämpfen. Der leichteste Weg zum Safe der mexikanischen Banken führte durch ihre Mägen. Womit konnten wir die mexikanischen Banken füttern? Selbstverständlich sollte es etwas mit hoher Gewinnspanne und hohem Volumen sein. Wir wollten so viel Geld wie möglich machen.

Waren sie erst bis obenhin voll und konnten keinen Bissen mehr essen, dann würde es leicht sein, sie auszubooten. Dann könnte ein kleiner Stups im geeigneten Moment das gesamte verfettete mexikanische Bankensystem zum Einsturz bringen. Es handelte sich um mexikanische Derivate, gestückelt und zahlbar in US-Dollar, und sie eröffneten mexikanischen Banken ebenso wie US-amerikanischen Investoren ungeahnte Investitionsmöglichkeiten. Auch wenn dieser Deal durchschnittlichen Einzelinvestoren geheimnisvoll anmuten mag — der Schein trügt.

Wenn Sie in den letzten fünf Jahren Anteilseigner eines Investmentfonds — insbesondere eines international ausgerichteten — waren, haben auch Sie höchstwahrscheinlich an diesem mexikanischen oder einem ähnlichen Deal partizipiert. Die Erfolgsgeschichte von PLUS I begann Anfang , als das mexikanische Äquivalent der Citicorp, der Banco Nacional de Mexico, bekannt als Banamex, bei verschiedenen US-Investmentbanken anfragte, ob sie vielleicht ein paar der unterbewerteten und illiquiden inflationsindexierten Bonds aus ihrer Bilanz verschwinden lassen könne, ohne diese wirklich zu verkaufen.

Das war keine einfache Aufgabe. Die Banamex wollte die Bonds gegen Geld eintauschen, damit sie in etwas anderes investieren konnte, aber sie wollte die Bonds nicht verkaufen, da sie aus diesem Verkauf sonst einen Verlust hätte ausweisen müssen. Diese an die Inflation gekoppelten Bonds wurden Bonos Ajustables del Gobierno Federal genannt — besser bekannt als Ajustabonos wörtlich: Ajustabonos schienen eine gute Idee zu sein, als Mexikos Inflationsrate noch über Prozent lag, aber näherte sich die Teuerung einstelligen Werten, und viele Investoren — nicht nur die Banamex — wollten sich von den Ajustabonos trennen.

Es schien, als ob die Banamex im Begriff war, das Unmögliche zu tun: Bonds in einen Markt hinein zu verkaufen, der diese gar nicht haben wollte, ohne diesen Verkauf öffentlich zugeben zu müssen. Ein Manager, der in Sachen Eigenlob ganz besonders schnell ist — und, ehrlich gesagt, auch viel davon verdient —, ist Marshal Salant.

Salant, der mit der linken Hand Diagramme zeichnet, hat bei Morgan Stanley ein Derivate-Imperium aufgebaut, indem er Probleme wie das der Banamex löste. Er verfügt über detaillierte technische Kenntnisse hinsichtlich der Derivate.

In einer Welt voll passionierter Derivateverkäufer ist Salant der König. Mexikanische Käufer kamen nicht in Frage; sie versuchten ebenso wie die Banamex, ihre Bonds loszuwerden. Viele Käufer in Europa waren Lateinamerika betreffend grundsätzlich skeptisch und nicht bereit, mexikanische Risiken zu übernehmen. Alle mit Bonitätsklassen versehenen mexikanischen Anleihen, auch die Ajustabonos, lauteten auf Pesos; alle in US-Dollar ausgegebenen mexikanischen Bonds rangierten unterhalb der für Geldanlagen annehmbaren Bonitätsklassen.

Bonds, die beide Kriterien gleichzeitig erfüllten, gab es aus guten Gründen nicht. Das Kredit-Rating für Staatsschulden richtet sich grundsätzlich nach der Währung, in der die Schulden bestehen. Wenn die DPG ein neues mexikanisches Derivat auf Basis der Ajustabonos zu entwickeln vermochte, das US-Investoren kaufen konnten , dann würden sie es auch kaufen, wie riskant es auch sein mochte.

Mit dieser Meinung standen wir nicht allein da. Der erste Trick bestand darin, die Ajustabonos in zwei Teile zu spalten. Um eine solche Gesellschaft zu gründen, ohne den Zorn der mexikanischen und US-amerikanischen Aufsichtsbehörden zu erregen, richtete Morgan Stanley den Blick auf die sonnigen Bermuda-Inseln. Nun war das Unternehmen auf den Bermudas aktiv und agierte wie die Mafia.

Zuerst engagierte Morgan Stanley mehrere ortsansässige Anwälte mit politischen Beziehungen, um eine spezielle Bermuda-Gesellschaft zu gründen. Diese Anwälte waren im Vorstand des Unternehmens tätig und pflegten wichtige politische Kontakte, während die Gesellschaft ihre speziellen Bonds emittierte. Durch ihre Investoren würde die Investmentbank dem gemeinnützigen Trust die Die Aktien im Wert von Morgan Stanley unternahm genau dieselben Schritte, die unter Drogenhändlern üblich waren, um den US-Aufsichtsbehörden auszuweichen.

Ein Rating ist im übrigen nicht gerade billig. Die Gebühren liegen meist bei Die Schuldscheine sollten in Dollar ausgegeben werden, und vergleichbare mexikanische Dollarbonds waren als erheblich riskanter klassifiziert. Die Banamex würde die riskanteren, nicht bonitätsgeprüften Bonds behalten, und zwar als Puffer zum Schutz der sichereren Bonds bzw.

Damit war allerdings erst die halbe Schlacht geschlagen. Die geniale Lösung dieses Problems basierte auf dem nicht bewerteten Bondanteil, den die Banamex behielt.

Wenn die Banamex als Eigentümer der Bermuda-Gesellschaft behandelt werden könnte, da sie die zweite, unbewertete Klasse von Bonds behielt, könnte sie alle Aktiva und Passiva dieser Gesellschaft in ihre Bilanz aufnehmen — und folglich auch alle Ajustabonos. Tatsächlich funktionierte dieser Trick.

Ich war von der Zugkraft dieses Tricks beeindruckt. Die 20 Prozent verkörperten das Stammkapital der Gesellschaft, wodurch der Aktienanteil von Der Verkauf wurde lediglich als Transfer behandelt, als Teil einer komplexen Finanzierung.

Der mexikanische Peso mochte an Wert verlieren, aber er würde nicht um mehr als 20 Prozent fallen, oder? Sonderbarerweise pflegten sich gerade staatliche Investmentausschüsse auf Emissionen neuer Derivate regelrecht zu stürzen. Infolgedessen hatten viele Anteilseigner von Investmentfonds, Pensionäre, Aktionäre und selbst einige Bürger von Wisconsin keine Ahnung, was ihre Fonds und Gesellschaften eigentlich kauften. Sie ermöglichten es auch den konservativ orientierten Fonds, die nur Bonds mit hoher Bonitätsklasse kaufen durften, in Mexiko zu investieren, obwohl ihr zugrunde liegendes Investment eine in mexikanischen Pesos dotierte Anleihe war.

Über diese Eröffnung hätten Sie sich allenfalls ärgern können, denn wahrscheinlich hätten Sie erst dann von Ihrem Investment in Mexiko erfahren, wenn es zu spät gewesen wäre und Sie Ihr Geld bereits verloren hätten. Es war erstaunlich, aber solange der mexikanische Peso nicht kollabierte, konnte niemand herausfinden, ob mit seinen Altersersparnissen in Mexiko gepokert wurde. Diese Mexikogeschäfte öffneten mir die Augen: Morgan Stanley hatte First Boston endgültig die Rücklichter gezeigt.

Und die Party hatte gerade erst angefangen. Im März wurde ich stärker in die Geschäftsentscheidungen der Gruppe einbezogen und arbeitete an einigen interessanten Transaktionen. Nachdem ich die meisten Leute aus dieser Gruppe kennengelernt hatte, begann ich mit anderen Abteilungen im Handelssaal zusammenzuarbeiten. Die Moral im Unternehmen und speziell in der Derivategruppe war gut. Der März war ein Monat zum Feiern — und zum Geldausgeben.

Während des Tages präsentierte das oberste Management kunstvolle Diashows, die vor guten Nachrichten und optimistischen Zukunftsperspektiven strotzten. Am Abend gaben sich die Verkäufer dann verschiedenen Ausschweifungen hin.

Am einen Ende des Raumes befanden sich ungefähr Ich wurde von etlichen wüsten Schüssen getroffen. Dieses Gedicht schien die Truppe zu inspirieren, und binnen einer Stunde spielten alle leitenden Verkäufer in ihren Anzügen Basketball und warfen Billardkugeln auf wehrlose junge Mitarbeiter.

Dieses Ereignis illustrierte wieder einmal den starken Kontrast zwischen Verkauf und Handel auf der einen und dem Investmentbanking auf der anderen Seite. Wie ein Verkäufer in jener Nacht stolz verkündete: Nach dem sportlichen Event stellte Vogelscheuche eine Gruppe zusammen, um zu Mr.

Dieses Jahr waren nur Männer zugelassen. Vogelscheuche kannte sich im Detail aus mit Clubs im südlichen Florida ebenso wie in New York und selbst im Mittleren Westen, wo er aufgewachsen war.

Als die Verkäufer in den frühen Morgenstunden von Mr. Ich war erpicht darauf, einige der reicheren Manager um ihre jüngst erhaltenen Bonuszahlungen zu erleichtern. Ein paar von den aggressiveren Verkäufern aus Kalifornien fand ich in der Hotellobby. Sie lagen alle übereinander oder kletterten über die Plüschsofas. Ein Verkäufer ritt immer wieder auf den anderen herum. Als ich ein Pokerspiel vorschlug, schrie er auf und versuchte auch mich zu bespringen. Karches war unser respektierter Chef, dessen Order jeder befolgte.

Aber als wir den Flur entlanggingen, sagte einer der Verkäufer aus Kalifornien, er habe ein Kartendeck und zwei Flaschen Scotch, und so flitzten wir in sein Zimmer. Ein weiterer Verkäufer brüstete sich mit den Klientinnen, mit denen er ins Bett gegangen war. Die anderen lästerten über ihre Frauen. Niemand von ihnen kümmerte sich im Ernst um das Kartenspiel. Ich hörte höflich zu, ermutigte sie hier und dort weiterzusprechen und mischte neuerlich die Karten.

Ich nehme an, ich sollte mich schuldig fühlen, da ich ihnen Geld abknöpfte. Aber ich fühle mich frei von Schuld. Am folgenden Morgen endete die Konferenz. Die meisten Teilnehmer flogen frühmorgens zurück, aber ich wollte noch dableiben, um eine Runde Golf zu spielen, und buchte einen späteren Flug.

Am Vorabend hatte ich mit vielen Verkäufern über Golf gesprochen und dachte, ich würde mühelos vier Personen zusammenbringen, aber als ich dann am Pro Shop ankam, war niemand da. Der Golfplatz war wie leergefegt, sonderbar für einen Sonntag vormittag, aber ich spielte gut, und es machte mir nichts aus, einige Zeit mit mir selbst zu verbringen. Nach ein paar Löchern bemerkte ich an der letzten Neun eine Karawane von Golfkarren. Dutzende von Karren kreisten hintereinander um eine Gruppe von Spielern.

Ich fragte mich, ob dies Prominente seien, und fuhr mit meinem Golfkarren näher heran, um nachzusehen. I ch traute meinen Augen kaum. Das erklärte, warum ich keinen meiner Kollegen beim Pro Shop getroffen hatte. Lachend fuhr ich zurück zum vierten Loch, um meine Runde zu beenden. Bei First Boston hatte ich das nie getan und sicherlich auch niemanden in die Luft gejagt. BaFin als zuständige Aufsichtsbehörde [ o ]. Verbot des Eigenhandels, d. Geschäftsbanken dürften Investmentbanken auch keine Kredite mehr geben dürfen [ o ].

Jedes Land müsse aber eigene Wege finden, um auf seine Herausforderungen zu reagieren. Ende Jan — ES: Westerwelle soll Griechenland trotz Finanznot zum Kauf des Eurofighters gedrängt haben [ o ].

Im Mai wird er in Cannes gezeigt und erhält den Oskar für den besten Dokumentarfilm. Ein Sondergipfel in Brüssel fordert Papandreou zu drastischer Sparpolitik auf.

Der Anleihen-Handel stagniert wegen des Risikos bzw. Fed und Börsenaufsicht ermitteln gegen Goldman Sachs und weitere Banken, ob sie Griechenland zunächst halfen, seine Finanzlage zu schönen, um später mittels CDS auf die Zahlungsfähigkeit zu wetten. Bisher führten solche Verfahren ins Leere [ o ]. Das Parlament verabschiedet ein Sparprogramm, u. Es folgen landesweite Proteste [ o ].

Greenspan stellt es so hin, als hätte er schon Jahre vor der Krise gewarnt und als hätte man nichts tun können [ o ]. Ungarische Staatsanleihen werden auf BBB herabgestuft. Das Parlament genehmigt das Sparprogramm [ o ]. Greenspan sagt im Interview zit. This time it did not. Everybody missed it — academia, the Federal Reserve, all regulators.

Griechenland beauftragt sechs Banken, eine neue siebenjährige Staatsanleihe auszugeben [ o ]. Goldman Sachs soll institutionelle Investoren überzeugt haben, in Öl-Futures zu investieren. Die Haushaltspolitik soll sich künftig nach europäischen Vorgaben richten, die Euro-Gruppe wie ein europäischer Finanzplanungsrat funktionieren [ o ]. Ähnliche Forderungen zur Koordination der nationalen Budgetpläne hatte Rehns Vorgänger Almunia mehrfach erfolglos erhoben. Ex-Präsident Clinton im Interview: But I wish I should have been caught trying.

I mean, that was a mistake I made. Deren Staatsschulden werden , v. Wir hatten sicher keinen Anreiz, eine Transaktion zu konstruieren, die darauf abzielte, Geld zu verlieren. Obama in einer Rede an einem College nahe der Wall Street: Und genau das wird passieren, wenn wir diesen Moment verstreichen lassen.

Griechenland beantragt das Hilfsprogramm. Papandreou sagt, die Hoffnung, die internationalen Märkte würden positiv auf das griechische Sparprogramm und den Hilfsplan der EU reagieren, habe sich nicht erfüllt. Griechenland laufe Gefahr, dass wegen der Spekulanten alle Sparanstrengungen zunichtegemacht werden; aus diesem Grund sei man gezwungen, jetzt schon zu handeln [ o o ]. Senator Levin vor dem Untersuchungsausschuss: But it later recovered by making negative bets, known as short positions, to profit as housing prices plummeted.

Anleihen Basispunkte bedenklich auch PT: Ein massives Sparprogramm der Regierung wird von Protesten und Streiks begleitet [ o ]. Anzeichen einer akut bevorstehenden systemischen Krise: Risikoaufschläge für Staatsanleihen insb.

Auch europäische Banken leihen sich kaum mehr untereinander Geld [ o ]. Vermögensabgaben, Einmalsteuer für besonders rentable Unternehmen. Merkel sagt, als Lehre aus der Situation müsse Spekulanten das Handwerk gelegt und eine europäische Rating-Agentur aufgebaut werden.

Der Index fällt innerhalb von 15 Minuten um fast 1. Der Fall des Dow Jones führte zu einer Verkaufswelle. In that short period of time, sell-side pressure in the E-Mini was partly alleviated and buy-side interest increased. When trading resumed at 2: Der Datendienstleister Nanex hält diese Erklärung für unmöglich [ o o ], führt weitere Forschungen durch [ o ] und gibt am Die Käufer verursachten das Chaos [ o ].

Die untersuchten Börsendaten umfassen Das Parlament stimmt dem Sparpaket zu [ o ]. Die Franzosen haben denen Fregatten für zweieinhalb Milliarden Euro verkauft [s. In den letzten drei Monaten sind Rüstungsgüter für mehrere Milliarden Euro an Griechenland verkauft worden.

Die griechische Regierung hat gebeten, die Rüstungskäufe zu verschieben, zu strecken. Und da haben die deutsche Bundeskanzlerin und der französische Präsident gesagt: Die haben Papandreou knallhart gesagt: Du bekommst Hilfe, ja, aber die Verträge über die militärischen Beschaffungen müssen eingehalten werden. Ein ausführlicher Artikel des Wall Street Journal vom Siehe auch [ o ].

Rügemer verweist auf weitere Bestechungen durch Siemens [ o o ]. Die EZB kündigt an, notfalls Staatsanleihen der Euro-Länder aufzukaufen; bisher sträubte sie sich dagegen, da dies die Inflation fördern kann [ o ].

Im öffentlichen Dienst HF , das den Prozess seit April blockierte. Unter Mithilfe Schwedens wurde die Richtlinie erheblich verwässert , Schuldenobergrenzen und eine EU-Residenzpflicht für Fondsmanager gestrichen [ o o ]. Bisher war Merkel gegen eine Steuer und begründete dies mit fehlender internationaler Unterstützung [ o ]. Ein weiterer Generalstreik gegen das Sparprogramm legt das öffentliche Leben lahm. Spanien hat die der Kirche gehörende Sparkasse CajaSur verstaatlicht [ o ].

Ende Mai — ITA: Jeder Hilfe muss ein einstimmiger Beschluss des Direktoriums vorangehen [ o ]. Geschäftsführer wurde am 1. Der Eigenhandel soll doch nicht ganz verboten werden. Die Abtrennung des Swap-Handels bleibt umstritten [ o ]. Halbierung der Staatsdefizite bis und Schuldenabbau ab [ o ]. US-Banken halten Derivate im Nominalwert von Ab Sommer bildet sich eine neue Spekulationsblase auf dem Nahrungsmittelmarkt. Ärmere Länder hätten mit Eintritt in die Währungsunion eine längere Phase negativer Realzinsen durchlaufen, was zusammen mit kurzfristiger Klientelpolitik zur Verschuldung geführt habe; die Südeuropäer müssten aus eigener ihre Haushalte konsolidieren und eine moderate Lohnpolitik betreiben [ o ].

Bericht des Sonderbeauftragten Kenneth Feinberg, der seit Juni die Vergütung von Spitzenmanagern in massiv unterstützten Unternehmen überwacht: Erleichterte Liquiditätsregeln, erst ab , stärkere Berücksichtigung des Eigenkapitals der Mehrheitsbeteiligungen. Das Geschäftsvolumen soll pauschal auf das fache Eigenkapital begrenzt werden. Gerade die deutsche Seite trug die neue Fassung nicht mit, die Deutsche Bank hat wohl ein Leverage von Selbst das Bündnis mit Frankreich und Japan ist nun zerbrochen [ o ].

Kritisch dazu die NachDenkSeiten [ o ]. Obama will Elizabeth Warren [ o ] zur Sonderbeauftragten für Verbraucherschutz machen. Eigentlich sollte sie Vorsitzende des neuen Bureau of Consumer Financial Protection werden, das sie so lange gefordert hatte und das trotz erbitterten Widerstands der Wall Street in der Finanzreform verankert wurde, doch im Senat bereiteten die Republikaner eine Blockade vor.

In einem Telegraph -Interview vom Remind me, what ARE they for? Because that did so well for us, right? Von London bis Frankfurt brauchen sie aktuell aber immer noch 4,9 Millisekunden. Konkurrenten vor Ort haben somit 3,9 Millisekunden Vorsprung. Der privilegierte Börsenzugang wird zum entscheidenden Marktvorteil. Auch eine Abwicklung des gesamten Instituts wäre für den Steuerzahler um ein Vielfaches teurer geworden.

Auslagerung von festen Verbindlichkeiten! Wie sind sie verzinst, welche Banken haben sie gekauft? Anlagenversicherer Assured Guarantee Ltd. Insgesamt hat China 2. Some banks have increased fixed pay excessively. Bei Übernahmen ist die Unternehmenssubstanz zwei Jahre tabu [ o ].

Aufgrund der Finanz- und Bankenkrise v. So, there really is no problem with raising rates, tightening monetary policy, slowing the economy, reducing inflation, at the appropriate time.

Now, that time is not now. Die Gewährung aller erforderlichen Finanzhilfen im Rahmen des Mechanismus wird strengen Auflagen unterliegen. Ab Aufnahme von Umschuldungsklauseln in alle neuen Staatsschuldtitel [ o ]. Portugal verkauft Staatsanleihen an einen geheimgehaltenen Geldgeber, evtl. China [ o ]. Ein Insolvenzverfahren gibt nur ohne permanenten Rettungsschirm richtige Anreize. Deutschland hat dies angestrebt, aber nicht durchsetzen können [ o ]. Griechenland erwägt den Rückkauf zum Marktwert unterhalb des Nennwertes, bräuchte dazu aber Geld.

EU-Kommissionspräsident Barroso hatte zunächst schon für das Gipfeltreffen am Der Refinanzierungsbedarf inkl. Rezept einer gemeinsamen Wirtschaftsregierung der Euro-Staaten , d.

February 14, 2009

Die Hypothekenzinsen fallen in den USA deshalb relativ niedrig aus, die Nachfrage ist dementsprechend hoch.

Closed On:

Wie bei den Corvettes würde ich viel Geld verlieren, wenn ich mich zu einem Terminkauf dieser Anleihe zum bestimmten Basispreis entscheiden und der Börsenkurs der Anleihe fallen würde.

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